Seehofer bleibt moderat: Keine strengen Regeln für Nährwertkennzeichnung

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Entwarnung in der Industrie: Bundesverbraucherminister Horst Seehofer hat ein sehr moderates Konzept zur Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln vorgestellt. Auf den Packungen müssen künftig detaillierte Informationen zu Kalorien, Fett, Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz stehen.

Industrieverbände begrüßen die Lösung – immerhin ist damit das Schreckgespenst einer Ampellösung vom Tisch. Dabei werden, wie in Großbritannien Praxis, nach Signalfarben gute, mittelprächtige und schlechte Lebensmittel unterschieden. Kritisch sieht die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch die Pläne: „Seehofer folgt in fast peinlicher Unterwürfigkeit den Wünschen der Industrie“, kommentiert Geschäftsführer Thilo Bode. Foodwatch favorisiert die Ampel-Lösung.

Die Unternehmen reagieren zunehmend auf die Signale: Die in Köln ansässige Rewe Group startet in dieser Woche eine Gesundheitskampagne und kennzeichnet ab sofort Lebensmittel mit Nährwertangaben. Zur Eröffnung der Anuga gab die Kette bekannt, dass die Eigenmarken von Rewe und Penny mit Angaben zu Fett, Energie, Zucker und Salz versehen werden, denen der Tagesbedarf gegenübergestellt wird. In den vergangenen Monaten haben auch Metro, Coca-Cola und McDonald’s ihre Produktinformation verbessert. kj
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