Schweizer Uhren ticken 2009 langsamer

Freitag, 21. November 2008

Die Schweizer Uhrenindustrie schreibt seit 2004 ein Rekordjahr nach dem anderen. Und für 2008 erwarten Branchenkenner, dass der bisherige Rekordumsatz von rund 10,5 Milliarden Euro (16 Milliarden Schweizer Franken) im Jahr 2007 erneut übertroffen wird. Marken wie IWC, Omega oder Rolex klotzen derzeit kräftig in der Werbung, auch hierzulande.  Die Luxusuhrenmarke aus Genf  etwa investierte in den ersten zehn Monaten des Jahres in Deutschland laut Nielsen Media Research 5 Millionen Euro in Werbung, 2,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Von dem Plus profitierten vor allem aktuelle Zeitschriften und Magazin, Sonntagszeitungen und regionale Abotitel. Dagegen verloren für Rolex Wirtschaftsmagazine und überregionale Zeitungen als Werbeträger an Bedeutung.

Doch die Branche blickt alles andere als optimistisch in die Zukunft. Patrick Frischknecht, Chef der Züricher Traditionsmarke "Les Ambassadeur"  geht davon aus, dass einige Schweizer Uhrenmarken vom Markt verschwinden werden.  So bekommt etwa das Genfer Unternehmen Haus Villemont derzeit die Ausläufer der Wirtschaftskrise voll zu spüren. Mit 230 verkauften Uhren im Jahr, die bis zu 26 300 Euro (40 000 Franken) kosten können,  zählt das Unternehmen zu den kleinen Playern im Markt. Jetzt droht die Insolvenz.

Und Villemont könnte kein Einzelfall bleiben. Marken, die keine klaren Botschaften haben, nicht über genügend Liquidität verfügen und keine Synergien im Marketing schaffen, werden es 2009 schwerer haben, glaubt etwa Jean-Claude Biver, Chef von "Hublot" in einem Beitrag von NZZ-Online. Und das könnte auch Folgen für das Anzeigenaufkommen in Deutschland haben. mir
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