Schnelles Aus für P-Aktie

Freitag, 25. August 2000

Am Montag dieser Woche startete die 100 Millionen Mark schwere Kampagne für den Börsengang der Deutschen Post. Doch gestern musste die Kommunikationsoffensive gestoppt werden. Die Deutsche Telekom hatte der Post eine Unterlassungsklage mit Androhung einer einstweiligen Verfügung zugestellt. Grund: Der Name P-Aktie sei dem Namen T-Aktie zu ähnlich. Bereits 1996 hatte sich die Telekom alle weichen Konsonanten mit dem Zusatz Aktie schützen lassen. Für die Post kommt diese Entscheidung völlig überraschend. "Unsere Phantasie hat nicht ausgereicht, uns vorzustellen, dass diese Buchstaben geschützt sind", sagt Gert Schukies, Direktor Konzernkommunikation der Deutschen Post. Den jetzt monierten Namen hat die Post nach Angaben von Schukies auch nur deshalb gewählt, weil "die Journalisten nach dem Börsengang der Telekom analog den Namen P-Aktie aus der Taufe gehoben und somit Marktwert aufgebaut hatten". Die Deutsche Post muss nun – aufgrund der Mediabuchungen vermutlich innerhalb von nur einer Woche – eine neue Wortbild-Marke entwickeln. Nach Angaben von Schukies hat diese Verzögerung keinen Einfluss auf die Höhe des Werbeetats von 100 Millionen Mark. Auffallend ist, dass die Telekom ausgerechnet zum Start der Post-Kampagne mit rechtlichen Schritten droht – obwohl bereits seit März bekannt ist, dass die Deutsche Post mit dem Namen P-Aktie werben wollte. Eine Schlichtungsanfrage beim gemeinsamen Eigner der beiden Unternehmen – 51 Prozent der Telekom und 100 Prozent der Post gehören dem Bund – schließt Schukies aus: "Wir ändern den Auftritt – das ist alles." Im Laufe des Jahres sollen rund 10 Spots mit den Brüdern Thomas und Christoph Gottschalk zu sehen sein. Unterstützt wird die Kampagne, die von der Werbeagentur Jung v. Matt in Hamburg entwickelt wird, durch Radiospots sowie Printanzeigen ohne die beiden Testimonials.
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