Schmähpreis für Produktfälschungen verliehen

Freitag, 13. Februar 2009
Der Schmähpreis der Aktion Plagiarius
Der Schmähpreis der Aktion Plagiarius

Die Aktion Plagiarius verlieh heute auf der Frankfurter Konsumgütermesse "Ambiente" zum 33. Mal ihren Schmähpreis. Fälscher aus dem In- und Ausland erhielten die Negativ-Auszeichnung Plagiarius. Aus 30 Einsendungen von geschädigten Firmen, wählte eine Jury zehn Preisträger aus. Mit der jährlichen Preisverleihung will der Verein die Öffentlichkeit sowie den Gesetzgeber auf den Missstand der Produktfälschung aufmerksam machen. Die Verbraucher sollen sensibilisiert werden, da Plagiate enorme Schäden in der Industrie anrichten und eine Gefahr für die Nutzer darstellen. Allein 2007 beschlagnahmten die Zollbeamten an der EU-Außengrenze mehr als 78 Millionen Fälschungen. Seit 2006 haben sich die Funde mehr als verdreifacht. Für Deutschland wird der jährliche Schaden auf etwa 30 Milliarden Euro geschätzt. Zudem vernichtet Produkt-und Markenpiraterie weltweit hunderttausende Arbeitsplätze.

Unter den diesjährig geschädigten Unternehmen befinden sich unter anderem Stiebel Eltron mit ihren Elektronischen Händetrockner „HTE", die Kniebandage „GenuTrain" von Bauernfein oder die elektrische Zahnriemenachse „DGE" von Festo. Die häufigsten Fälscher kommen aus Ostasien, aber auch Unternehmen aus Deutschland kopieren kräftig.

Die Auswirkungen eines Plagiats auf die Firma des Original-Produkts sind vielfältig. Neben den großen finanziellen Verlusten fällt die schlechte Qualität der Kopien oft auf das Image der Marke zurück. Um das Bild ihres Produktes zu schützen, suchen die Unternehmen eine öffentliche Plattform um neben Strafanzeigen weiter gegen diese Entwicklung vorzugehen. Die Firma Stiebel Elektron etwa ist auf Foren gegen Raubkopien vertreten und geht mir ihren Anliegen an die Medien. 2007 vernichtete das Unternehmen zusammen mit dem Zoll Hannover beschlagnahmte Schnellheizer Kopien und inszenierte diese Aktion werbewirksam. Neben solchen Kampagnen setzt das Unternehmen, so Pressesprecher Henning Schulz, stark auf die eigenen Angestellten. Das Thema werde in der Mitarbeiterzeitung publiziert da es oftmals die eigenen Arbeiter sind die auf Kopien aufmerksam machen. Andere Firmen wie Festo setzten auf persönliche Gespräche mit ihren Kunden.

Die Aktion Plagiarius  rief der Designer Rido Busse in Leben. Er entdeckte 1972 auf der Frankfurter „Ambiente" ein exaktes Plagiat der von ihm entworfenen Brief-/Diätwaage 8600 der Firma Soehnle-Waagen. ft
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