Schlecker kehrt zurück in die Tageszeitungen

Freitag, 30. September 2011
Schlecker schaltet wieder Anzeigen in der Tagespresse
Schlecker schaltet wieder Anzeigen in der Tagespresse


Die Nachricht wird im Lager der Zeitungsverleger für gute Laune sorgen: Der erste Discounter kehrt in die Zeitung zurück. Ob der Strategiewechsel reumütig erfolgt bleibt offen, Fakt ist: Schlecker wird wieder Anzeigen in der Tagespresse schalten. Das berichtet heute der Horizont-Schwestertitel "Lebensmittel Zeitung". Das Unternehmen habe festgestellt, dass der aktuelle Mix aus Handzettel und TV-Werbung nicht die gewünsche Wirkung erzielt habe. Deshalb will Schlecker wieder Anzeigen in den täglichen Nachrichtenblätter schalten. Für die Verleger bedeutet das erstmal ein Stopp des Anzeigenexodus der Handelsunternehmen, jedenfalls auf den ersten Blick. Allerdings wird Netto,  in diesem Jahr bislang einer der großen Werbeinvestoren in den Abotiteln, nach Brancheninformationen sein Engagement verringern.

Schlecker hatte im Frühjahr begonnen sich sukzessive aus dem Geschäft mit Tageszeitungen zurückzuziehen. Mit dem Start der ersten TV-Kampagne im Mai (Agentur: Greyund dem neuen Markenclaim "For You. Vor Ort" folgte das endgültige Aus. Der Effekt: Laut Nielsen gehört das Ehinger Familienunternehmen in diesem Jahr zu den größten Ausgabenkürzer bei den Tageszeitungen.  Gerade mal 400.000 Euro brutto hat Schlecker in diesem Jahr bislang in den Werbekanal investiert. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Minus von über 98 Prozent. 2010 lag die Summe immerhin noch bei 35,5 Millionen Euro brutto. Und selbst da war Schlecker mit einem Minus von knapp 47,3 Prozent gegenüber 2009 schon geizig gewesen. Bei der Zeitungs Marketing Gesellschaft freut man sich über die neue strategische Ausrichtung, die laut ZMG ab Mitte Oktober greift. 

Die Rückkehr in Print ist derweil nicht die einzige Änderung in der Mediastrategie. Zusätzlich will Schlecker seine Spots im Radio erhöhen. Der Wandel kommt nicht von ungefähr. Zum einen leidet der Drogerist nach wie vor unter einem schlechten Image. Zum anderen entwickeln sich auch die Umsätze nicht zufriedenstellend. Innerhalb der letzten drei Jahr hat Schlecker nach Informationen der "LZ" 3000 Filialen abgebaut und über 800 Millionen Euro Umsatz verloren. Jetzt steuert Schlecker dagegen, mit einer optimierten Werbestrategie und einem neuen Filialkonzept. Europaweit seien bereits 150 Filialen auf das neue Konzept umgestellt, bis Ende des Jahres sollen es 250 sein. mir
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