Schlecker investiert in die Marke / Etat liegt bei Grey

Donnerstag, 18. November 2010
Die Drogeriekette kämpft mit sinkenden Umsätzen
Die Drogeriekette kämpft mit sinkenden Umsätzen

Der letzte Versuch? Mit einem überarbeiteten Filialkonzept, fokussierten Sortimenten und einer veränderten Preispositionierung will Europas umsatzstärkster Drogeriemarkt Schlecker die negative Geschäftsentwicklung stoppen. Wie der HORIZONT-Schwestertitel "Lebensmittel Zeitung" berichtet, würden im Rahmen eines sogenannten Fit for Future Restrukturierungsprogramms in den kommenden 18 Monaten rund 230 Millionen Euro in die Modernisierung des Filialnetzes gesteckt. "Von Rückzug kann keine Rede sein", sagen Meike und Lars Schlecker, die Kinder von Unternehmensgründer Anton Schlecker, im "LZ"-Interview. Im Jahr 2012 rechnen sie wieder mit steigenden Umsätzen und Filialzahlen.

Seine x-te Neupositionierung in den vergangenen drei Jahren will der Drogist mit einem einheitlichen Auftritt dokumentieren, zu dem auch eine Markenkampagne gehört. Den Etat dafür konnte sich Grey sichern. Was genau die Kampagne umfasst, ist noch unklar. Das ebenfalls vergebene PR-Mandat betreut die Agentur Kommpassion. Agenturchef Alexander Güttler tritt als Sprecher des Unternehmens auf.

Definitiv gibt es künftig nur noch zum Nahversorger erklärte Märkte unter Schlecker-Flagge und die Premiumlinie Ihr Platz. Vertriebsformate wie XL, XXL und die AS-Filialen sollen ein identisches Logo und einen identischen Auftritt bekommen. Moderne Farben, eine neue Beleuchtung und breitere Gänge sowie niedrigere Regale sollen die Verkaufsstellen freundlicher gestalten. Das Sortiment wird unter der Überschrift "Mikromarketing" auf die Bedürfnisse der jeweiligen lokalen Kunden ausgerichtet. An der Preispositionierung wird noch gefeilt.

Ende 2009 räumte der Firmengründer gegenüber der "LZ" einen Rückgang des Konzernumsatzes um 8 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro ein. Im laufenden Geschäftsjahr sollen die Erlöse nach Informationen der Zeitschrift nochmals schrumpfen - auf unter 6,5 Milliarden Euro. Schlecker hatte infolge der schwachen Entwicklung auch die Werbeausgaben drastisch zurückgefahren - und wirbt nur noch in zweiwöchentlichem Rhythmus. mh
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