Schlecker fährt Print-Werbung zurück

Montag, 17. Mai 2010
Anzeige von Schlecker
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Nach Aldi macht nun auch Schlecker mit einem partiellen Rückzug aus Print Schlagzeilen. Wie der HORIZONT-Schwestertitel „Lebensmittel Zeitung" berichtet, reduziert die Drogeriekette die Printwerbung zugunsten von Prospekten. In Tageszeitungen wird Schlecker künftig nicht mehr wöchentlich, sondern nur noch alle 14 Tage werben. Zum wichtigsten Werbemedium werden Handzettel, die das Unternehmen in einer Auflage von 28 Millionen in den Filialen auslegt und direkt an Haushalte verteilt.

Das ist gleich die zweite Hiobsbotschaft für Verlage innerhalb kurzer Zeit: Im April war bekannt geworden, dass der Discountriese Aldi in Baden-Württemberg den Verzicht auf Tageszeitungsanzeigen testet. Bis Jahresende will das Unternehmen Erfahrungen mit der Direktverteilung von Filialprospekten, teilweise in Kombination mit kostenlosen Anzeigenblättern, sammeln. Danach soll entschieden werden, wie es weitergeht.

Schlecker begründet das Zurückfahren der Printwerbung gegenüber der „LZ" mit geringeren Streuverlusten: „Wir erreichen auch Kunden, die um unsere Filialen herum wohnen und keine Zeitung abonniert haben."

Das Unternehmen leidet nach wie vor an der Affäre um die betriebseigene Leiharbeitsfirma Meniar. Die Erlöse sanken im Geschäftsjahr 2009 von 7,42 Milliarden Euro auf 7,2 Milliarden Euro. Für das 1. Quartal 2010 konstatieren Marktforscher der Drogeriekette einen zweistelligen Umsatzrückgang von rund 15 Prozent. mh
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