Schlechte Zensuren fürs soziale Gewissen

Dienstag, 04. Dezember 2007

Deutsche Unternehmen werden aus Sicht der Konsumenten ihrer Verantwortung für Gesellschaft, Mitarbeiter und Umwelt nur ungenügend gerecht, zeigt eine aktuelle Umfrage.So halten es 93 Prozent der Bundesbürger für "sehr wichtig" oder "wichtig", dass Unternehmen sich für den Erhalt von Arbeitsplätzen engagieren. Doch nur 15 Prozent glauben, dass die Firmen diese Aufgabe ebenso ernst nehmen. Dies zeigt das aktuelle Moralbarometer des Nürnberger Marktforschers Puls, für das 1000 repräsentativ ausgewählte Verbraucher befragt wurden. Ähnlich gering ist das Vertrauen der Konsumenten in die Umweltschutz-Bemühungen der Wirtschaft: Rund 90 Prozent der Befragten halten die Schonung natürlicher Ressourcen für ein "sehr wichtiges" beziehungsweise "wichtiges" Thema. Doch nur ein Fünftel sieht dieses Anliegen in der Strategie der Unternehmen auch berücksichtigt.

Drei Viertel sind indes bereit, für sozialverantwortliche Produkte tiefer in die Tasche zu greifen. Die Höhe dieses "Moralaufschlag" liegt derzeit im Durchschnitt bei 12,4 Prozent. Insbesondere bei der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen ist die Einstellung, sich Moral und Ethik etwas kosten zu lassen, besonders ausgeprägt.

Beim Vergleich ausgewählter Unternehmen zeigen sich deutliche Unterschiede. Erhält die Drogeriemarktkette DM die Schulnote 2,6, so muss sich Konkurrent Schlecker mit einer 3,7 begnügen. Im direkten Vergleich haben ebenfalls Weihenstephan (2,6) gegenüber Müller Milch (3,3) sowie Trigema (2,3) gegenüber H&M (3,1) die Nase vorn. jh
Meist gelesen
stats