Schiesser meldet Insolvenz an

Dienstag, 10. Februar 2009
Das Wäscheunternehmen Schiesser ist pleite
Das Wäscheunternehmen Schiesser ist pleite

Die Finanzkrise trifft ein weiteres deutsches Traditionsunternehmen. Der Wäschehersteller Schiesser, Radolfzell am Bodensee, hat Insolvenz angemeldet. Trotz Restrukturierung und positiver Geschäftsentwicklung hat der Schweizer Mehrheitsaktionär Hesta den Geldhahn zugedreht. „Hesta hätte nochmals einen zweistelligen Millionenbetrag investieren müssen und hat jetzt beschlossen, das nicht zu tun“, so ein Sprecher der Holding aus dem Kanton Zug. 2008 setzte Schiesser rund 130 Millionen Euro um. Zum Sortiment des 1875 gegründeten Unternehmens zählen neben zahlreichen fremden Marken vor allem Bademoden, Sportbekleidung und Nachtwäsche. Bekannt geworden ist Schiesser vor allem durch seine Feinrippunterwäsche.

Insolvenzverwalter Volker Grup soll einen Insolvenzplan organisieren, der die Weiterführung des Betriebs ermöglicht. Schiesser habe Bankschulden von 65 Millionen Euro angehäuft. Ein Teil davon resultiere aus Lizenzgeschäften, die Schiesser in den vergangenen Jahren betrieben habe, die aber verlustreich gewesen seien. Schiesser hatte Wäsche für Labels wie Hilfiger, Levi's, Mexx und Puma produziert.

Schiesser Deutschland beschäftigt 600 Mitarbeiter. Bereits vor Weihnachten war der Abbau von knapp 100 Angestellten angekündigt worden. jm
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