Schadensbegrenzung: Neuer Unicef-Vorstand Krämer meldet sich per Anzeige

Montag, 14. April 2008
Die Anzeige von Krämer
Die Anzeige von Krämer

Der neu in den Vorstand des krisengeschüttelten Kinderhilfswerks Unicef gewählte Hamburger Reeder Peter Krämer meldet sich per ganzseitiger Anzeige zu Wort. Krämer erkennt die Krise bei Unicef-Deutschland an, schreibt aber: "Unicef hat mein Vertrauen!". Das Projekt "Schulen für Afrika", das Krämer selbst fördert, habe mit Unicef sehr gut zusammengearbeitet. Deshalb werde er die Arbeit von Unicef-Deutschland "künftig sogar verstärkt unterstützen", so Krämer. Mit einem Appell an die Leser wirbt er für weitere Unterstützung des Hilfswerks.

Die Anzeige wurde von dem prominenten Förderer mehrerer sozialer Projekte selbst bezahlt und geschaltet - deshalb wird auch das offizielle Unicef-Logo nicht verwendet. Entwickelt wurde die Anzeige von Scholz & Friends NeuMarkt in Hamburg.

Nach dem Imageschaden und dem Rückzug vieler Spender versucht die deutsche Sektion des Kinderhilfswerks derzeit einen Neuanfang - auch personell. So hatte sich etwa der ehemalige Scholz & Friends-Vorstand und jetzige Commarco-Aufsichtsrat Thomas Heilmann für die Wahlen zum Unicef-Vorstand aufstellen lassen. In das achtköpfigen Gremium wurde er allerdings nicht gewählt. Zum Vorstand unter dem Vorsitz von Jürgen Heraeus wurden die Dressurreiterin Ann Kathrin Linsenhoff, die Grünen-Politikerin Anne Lütkes, der frühere UN-Afghanistan-Beauftragte Tom Koenigs sowie Peter Krämer gewählt. Die Politikerin Ekin Deligöz, die TV-Journalistin Maria von Welser und der Diplomat Dieter Kastrup gehören ebenfalls dem Vorstand an. tk

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