Saturn steigt in den E-Commerce ein

Montag, 10. Oktober 2011
Saturn verzahnt seine stationären Märkte mit Online - die Preise könnten dadurch sinken
Saturn verzahnt seine stationären Märkte mit Online - die Preise könnten dadurch sinken

Einer "der größten strategischen Umbrüche in der Unternehmensgeschichte": Mit diesen Worten verkündet die Elektronikkette Saturn den heutigen Start des eigenen Online-Shops. Der Einstieg der Metro-Tochter in den E-Commerce hat lange auf sich warten lassen - doch nun sei der Wandel vom rein stationären zum Multichannel-Anbieter vollzogen, teilte das Unternehmen mit.

Zunächst wird in dem virtuellen Markt unter Saturn.de lediglich ein ausgewähltes Sortiment von Fernsehern über Handys bis hin zu DVDs angeboten. Die Produktgruppen sollen sukzessive erweitert und um weitere Sortimente ergänzt werden. Nach eigener Aussage von Saturn sei die "enge Verzahnung des E-Commerce mit dem aktuell aus 144 Märkten bestehenden Standortnetz" der große Wettbewerbsvorteil des Online-Shops. So könnten Kunden Produkte online kaufen und sich nach Hause liefern lassen oder alternativ bei Verfügbarkeit im Markt abholen. Zudem könnten auch Beratung, Umtausch, Reklamation und die Inanspruchnahme von Serviceleistungen über die stationären Märkte abgewickelt werden. "Ziel ist es, das Vertrauen, das die Kunden der Marke Saturn im stationären Handel entgegenbringen, gleichermaßen auf den E-Commerce zu übertragen", sagt Pieter August Haas, COO der Saturn-Media-Holding.

Auch an der Preisfront verknüpft Saturn on- und offline: In beiden Vertriebskanälen gelten einheitliche Preise. Die Höhe der Preise richte sich nach den jeweiligen Online-Wettbewerbern - was vermutlich eine Preisreduktion in den Märkten nach sich ziehen könnte. Immerhin ist der Start des Online-Shops ein Angriff auf günstige Internet-Anbieter von Elektronikprodukten wie Amazon.

Die Online-Offensive, die der scheidende Metro-Chef Eckart Cordes für die Elektronik-Tochter Media-Saturn einst ausgerufen hatte, scheint bitter nötig: Zuletzt steckte die Sparte in den roten Zahlen. Cordes hatte das Ziel ausgegeben, mittelfristig 30 Prozent Umsatz aus dem Online-Bereich zu generieren. Dabei soll auch der Online-Shop von Media Markt beitragen, dessen Start für das Frühjahr 2012 angekündigt ist. ire
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