Saturn-Slogan stößt bei Markenexperten auf Kritik

Mittwoch, 24. Oktober 2007
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Der Slogan, unter dem die Elektronikkette Saturn am Donnerstag ihre neue Werbekampagne startet, wird von Markenexperten nicht gut bewertet. Der Spruch "Wir lieben Technik! Wir hassen teuer" sei "kein eingängiger Slogan, sondern ein gestelzter Erklärungsversuch für die neue Positionierung", meint Andreas Pogoda, Gesellschafter der Brandmeyer Markenberatung in Hamburg. "Die Antinomie von Liebe und Hass wirkt doch sehr gesucht." Ein weiterer Schwachpunkt sei das "Wir" im Slogan. "Kunden interessieren sich für Ihre Marke, aber nicht für wir. Als Markentechniker empfehle ich, von der Marke als Subjekt zu sprechen, wie etwa Red Bull verleiht Flügel". Auch Jürgen Kindervater, Inhaber der Münchner Markenberatung Brandoffice, ist nicht begeistert: "Die Geister, die man mit Geiz ist geil rief, wird man nicht los durch die Umformulierung eines Slogans. Man steht heute vor dem Scherbenhaufen der rein preisorientierten Markenpositionierung. Um hier eine deutliche Änderung herbeizuführen, muss man Positionierenderes tun als austauschbare Slogans erfinden."

Im "Handelsblatt" meldet sich Franz-Rudolf Esch, Marketingprofessor an der Universität Gießen, zu Wort: "Zwei Sätze in einem Claim, das ist einfach zu komplex."

Die ersten TV-Spots und Anzeigen von Scholz & Friends, Berlin, sind am heutigen Mittwoch ab 18 Uhr unter www.media.media-saturn.com abrufbar. kj

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