Sandy-Bilanz: Wie der Sturm die Branche aufwirbelte

Mittwoch, 31. Oktober 2012
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New York Medienbranche Aufräumarbeit Gap USA Hurrikan Google


Sandy ist an New York vorbeigezogen. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Auch die Marketing-, Agentur- und Medienbranche hat der Hurrikan ordentlich durcheinander gebracht. HORIZONT.NET hat ein paar Beispiele zusammengetragen.

"Sandysale": Modemarken im Kreuzfeuer der Kritik

Diese Marketing-Aktionen gingen in die Hose. Per Mail hatte die US-Modemarke American Apparel unter dem Stichwort "Sandysale" für 36 Stunden 20 Rabatt auf die gesamte Kollektion angeboten. Das Motto: "Falls Sie sich während des Sturms langweilen". Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten.



Etwas weniger drastisch, dennoch mit faden Beigeschmack agierte die Modemarke Gap. Sie forderte ihre Follower auf Twitter auf, während des Sturms an einem sicheren Ort zu bleiben. Im nächsten Satz schlug sie dann vor, doch ein wenig auf Gap.com shoppen zu gehen. Die Reaktion der Leser war hier zwar nicht ganz so heftig, dennoch sorgte auch Gap für Entrüstung.

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Google muss Android-Event absagen

Wegen Sandy musste Google seine für Montag geplante Pressekonferenz in New York absagen. Dort wollte der Internetriese seine Neuheiten Android 4.2, das Smartphone Nexus 4 und das Tablet Nexus 10 erstmals vorstellen. Doch Google ließ sich von dem Hurrikan keinen Strich durch die Rechnung machen und veröffentlichte die Informationen zu den neuen Produkten kurzerhand in seinem Blog.

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"NYT" und "WSJ": Paywall eingerissen

Auch in den Medien hat Sandy breite Spuren hinterlassen. Tausende von Betroffenen schilderten ihre Erlebnisse und Eindrücke im Social Web, als #Sandy beziehungsweise der #Frankenstorm auf die Ostküste der USA traf. Die "New York Times" und das "Wall Street Journal" hoben wegen der besonderen Nachrichtenlage sogar die Bezahlschranken für ihre Websites auf und öffneten ihr Angebot für alle Nutzer.

Sondersendungen pushen Quoten in Deutschland

In Deutschland hoben unter anderem ARD und ZDF Sondersendungen zu Sandy ins Programm: 6,59 Millionen Zuschauer (20,6 Prozent Marktanteil) schalteten am Dienstagabend den "Brennpunkt: USA im Sturm" im Ersten ein – deutlich mehr als zuvor die reguläre Ausgabe der "Tagesschau". Das "ZDF-Spezial: Supersturm "Sandy" – Chaos in den USA" verfolgten 4,44 Millionen Zuschauer (16,5 Prozent). Bereits am Morgen informierten sich zahlreiche Zuschauer bei den Nachrichtensendern N-TV und N24 über die Folgen des Wirbelsturms: N-TV erzielte am Morgen Marktanteile von bis zu 6 Prozent, bei N24 kletterte die Einschaltquote auf 3,4 Prozent. Normalerweise pendeln die Marktanteile der beiden Sender um die 1-Prozent-Marke.

Lahmgelegte Rechenzentren

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Allerdings brachte Sandy den Nachrichtensturm zeitweise auch zum Erliegen: An der Ostküste der USA legte das Unwetter rund 150 Rechenzentren lahm. Die Folge: Tausende von Websites waren zeitweise nicht mehr erreichbar, darunter auch bekannte Seiten wie das Technikportal Gawker oder die Huffington Post.

Geschlossene Türen bei Agenturen

Natürlich machte Sandy auch nicht vor den Kreativen New Yorks Halt. Neben den Mitarbeitern des dortigen Büros des Digitalhotspots AKQA mussten beispielsweise auch die Kreativen der mitten in der Evakuierungszone im Stadtteil Brooklyn sitzenden Digitalagenturen Huge und Big Spaceshop zuhause bleiben. Schäden am Gebäude hatte es jedoch offensichtlich nicht gegeben. So twitterte beispielsweise Huge gestern: "We're shut in Brooklyn today (thanks #Sandy), but the office is fine. Our thoughts are with our neighbors."

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Amir Kassaei, Kreativchef des Agenturnetzwerks DDB Worldwide, twitterte und postete ebenfalls fleissig. Heute sollte er eigentlich in Berlin sein, und bei einer Veranstaltung von Media.Net Berlin Brandenburg mit dem Autor Hajo Schumacher über die Zukunft der Werbebranche diskutieren. Doch sein Flug aus New York wurde abgesagt. jm/dh
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