Samsung an Apple: Ihr seid keine Genies

Montag, 17. September 2012
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Samsung iPhone Apple Elektronikriese Rezension Printmedium


Die Rezensionen der Technikjournalisten fielen schon solala aus, jetzt tritt Konkurrent Samsung noch einmal kräftig nach. Zur öffentlichen Präsentation des iPhone 5 schaltet der koreanische Elektronikriese eine Anzeige in den amerikanischen Printmedien, die den neuen Apple-Hoffnungsträger mit Samsungs-Flaggschiffmodell, den Galaxy IIIS, vergleicht und zu einem klaren Urteil kommt: "It doesn't take a genius". Samsungs Ansatz im Produktvergleich ist so einfach wie effektiv: Es vergleicht die innovativen Features von iPhone 5 und Galaxy III S. Dabei zeigt sich, dass alle Features, die beim iPhone5 als revolutionär präsentiert wurden, beim Galaxy schon längst zu haben sind. Allerdings hat der Galaxy noch darüber hinaus einiges zu bieten.

Samsung verrät damit gerade den Technofreaks im Kern nichts Neues. Viele Bewertungen des neuen iPhones kamen im wesentlichen zu dem Ergebnis, dass Apple mit seinem neuen Modell den Anschluss zum bestehenden Marktstandard gelungen sei, aber das iPhone 5 keine neuen Maßstäbe setze. Die Anzeigen tragen diese Debatte jetzt allerdings noch einmal verschärft in die breite Öffentlichkeit und kratzen damit erheblich am Status des iPhones als Referenzprodukt.

Diese allgemein akzeptierte Stellung Apples als Innovationsführer war bisher der wesentliche Faktor, der es der Marke erlaubte, deutlich höhere Preise für seine Produkte zu verlangen als die Konkurrenz. Apple ist dabei insbesondere von dem Verkaufserfolg des iPhones abhängig, da es in dieser Produktkategorie den Großteil seines Umsatzes erzielt. Sollte das neue Modell von einem wachsenden Anteil der Zielgruppe als Me-Too-Produkt wahrgenommen werden, wäre das bisherige Vermarktungsmodell gefährdet.

Vor diesem Hintergrund wird auch die strategische Relevanz des Patentstreits zwischen Apple und Samsung besser verständlich. Gelingt es Apple, zentrale Elemente des Android-Interfaces auf Konkurrenzmodellen als Verletzung ihrer Patente verbieten zu lassen, wäre das Unternehmen faktisch der einzige Anbieter, der Smartphonekunden Geräte mit denen von ihnen gewohnten Bedienelementen anbieten könnte. Zwar stehen die anderen Gerätehersteller schon mit einer Generation von Windows-8-Smartphones in den Startlöchern. Derzeit ist allerdings noch offen, wie die Bedienelemente von Windows-8 bei den Handynutzern ankommen werden. cam
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