Ryanair will Lufthansa nicht nachgeben

Donnerstag, 17. Januar 2002

Im Streit mit Ryanair hat Lufthansa erneut einen Punktesieg errungen. Die Kranich-Airline versucht seit November, die Werbung des preisaggressiven irischen Carriers in Deutschland verbieten zu lassen. Aus Sicht der Lufthansa sind die in Ryanair-Anzeigen kommunizierten Preisvergleiche beider Gesellschaften auf Strecken nach Frankfurt nicht zulässig, da Ryanair den 80 Kilometer von Frankfurt entfernt liegenden Flughafen Frankfurt-Hahn nutzt, Lufthansa hingegen den am Frankfurter Stadtrand gelegenen Großflughafen.

In der Berufung konnte Lufthansa vor dem Kölner Landgericht durchsetzen, dass Ryanair nicht mehr mit dem Namen "Frankfurt-Hahn" werben darf. Für Ryanair-Chef Michael O'Leary eine absurde Entscheidung: "Es ist total verrückt, dass es der Lufthansa nun gelungen ist, Ryanair per Gerichtsentscheid zu verbieten, eine offizielle Flughafenbezeichnung zu verwenden." Immerhin ist "Frankfurt-Hahn" der im Luftfahrthandbuch der Deutschen Flugsicherung gelistete Flughafenname und ein ausgewiesener IATA-Flughafen.

Zudem führe sogar die Lufthansa selbst auf ihrer Homepage das Ryanair-Drehkreuz als "Frankfurt-Hahn". Ryanair ruft jetzt erneut die EU-Kommission an, das Verhalten der Lufthansa und die Entscheidungen aus Köln zu prüfen.
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