Ryanair: Königin Sofía als Testimonial wider Willen

Freitag, 05. Juni 2009
Werbeanzeige von Ryanair mit der spanischen Königin Sofia
Werbeanzeige von Ryanair mit der spanischen Königin Sofia

Da kann es einer nicht lassen: Schon wieder hat der Billig-Flieger Ryanair Ärger wegen einer Werbekampagne am Hals. Nachdem die Fluggesellschaft im vergangenen Jahr ungefragt mit Bildern von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sowie dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und seiner Frau Carla Bruni geworben hatte, muss nun das spanische Königshaus dran glauben. "Flieg wie ein König", wirbt Ryanair in der spanischen Presse und zeigt dazu ein Foto von Königin Sofía. Diese hatte der Anzeige jedoch nicht zugestimmt. Die Monarchin war am Pfingstwochenende mit dem Billigflieger für 15 Euro nach einem privaten Besuch in London zurück nach Spanien gereist. Das berichtet die britische Zeitung "Daily Mail".

Als "Dankeschön" hat Ryanair der 70-Jährigen eine Spende von 5000 Euro für eine Wohltätigkeitsorganisation ihrer Wahl angeboten. Das Königshaus reagierte verärgert. "Wir sind erbost und verwundert. Wir wurden weder informiert noch um eine Genehmigung gebeten", so ein Sprecher des Palastes. Die Königsfamilie wolle nun rechtliche Schritte einleiten, um die Werbekampagne zu stoppen.

Im Februar hatte ein Pariser Gericht die Fluggesellschaft wegen der ungenehmigten Anzeige mit Sarkozy und Bruni zur Zahlung einer Entschädigung von exakt 60.001 Euro verurteilt. Steinbrück forderte eine Spende in Höhe von 25.000 Euro für die Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen. jm
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