Rosenkrieg in der Autobranche: VW unterliegt Suzuki vor Gericht

Donnerstag, 22. März 2012
Volkswagen wirbt seit 1976 für den GTI
Volkswagen wirbt seit 1976 für den GTI

Neue Runde im Rosenkrieg zwischen VW und Suzuki. Der Wolfsburger Autobauer muss vor dem EU-Gericht in Luxemburg eine schwere Niederlage einstecken. Nach dem Urteil darf auch der japanische Autobauer seine Modelle mit dem Zusatz GTI bezeichnen. Begründung: Volkswagen könne nicht gegen die von Suzuki angemeldete Marke Swift GTI vorgehen, weil zwischen dieser Marke und der VW Marke „GTI“ keine Verwechslungsgefahr bestehe. Die japanische Marke hatte 2003 beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM) die Marke Swift GTI für Autos sowie deren Teile und Zubehör angemeldet.

Mit dem Kürzel "GTI" wird in der Branche ein sportliches Auto mit Benzin-Einspritzmotor bezeichnet. "GTI" steht dabei für Gran Turismo Injektion. Das Urteil düfte bei Volkswagen dennoch auch Verwunderung stoßen. Der Autobauer ist Inhaberin der Marke GTI. 1976 lief der erste VW Golf GTI vom Band. Davon allerdings lässt sich das EU-Gericht nicht beeindrucken. Die Richter verwiesen darauf, dass viele Autohersteller in ganz Europa wie die Buchstabenkombination nutzen, um die technischen Merkmale verschiedener Modelle anzugeben, etwa Peugeot GTI oder Citroën GTI. Die von Suzuki genutzte Modellbezeichnung Swift am Anfang der angemeldeten Marke reiche zur Unterscheidung aus.

Mit dem Urteil hat die Beziehung zwischen den beiden Partnern einen neuen Tiefpunkt erreicht. VW hatte im Januar 2009 für 1,7 Milliarden Euro Anteile an dem japanischen Autohersteller erworben, Suzuki hält im Gegenzug 1,5 Prozent an VW. Beide versprachen sich von der Partnerschaft Impulse, um für beide Marken neues Wachstum zu generieren und neue Märkte zu erobern. Davon ist jetzt keine Rede mehr. Jetzt beherrschen Vertragsbruch, Nicht-Einhalten von Zusagen und Schadensersatz das Vokabular. Suzuki möchte die Anteile von VW zurückkaufen, die Niedersachsen diese jedoch weiter behalten. Die Sache liegt aktuell beim Schiedsgericht der internationalen Handelskammer in London. Eine Entscheidung wird frühestens im kommenden Jahr fallen. Genug Zeit für weitere Episoden im Rosenkrieg. mir
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