Retrostil am Flieger: Condor geht mit Tradition in die Luft

Freitag, 13. Januar 2012
Der Airbus A 320 mit der Kennung D-AICA sieht aus wie ein Kind der 50er Jahre
Der Airbus A 320 mit der Kennung D-AICA sieht aus wie ein Kind der 50er Jahre


Der Januar ist traditionell die Zeit, in denen die Touristiker um Kunden buhlen. In den nächsten Wochen wird auch die Condor verstärkt im Werbemarkt mitmischen. Aber nicht nur da. Seit Anfang Dezember sorgt die Thomas-Cook-Tochter mit ihrem Retroflieger "Hans" an den Flughäfen im In- und Ausland für Furore. Überall da, wo der Flieger mit der Außenbeschriftung im Stil der 60er Jahre landet, ist ihm die Aufmerksamkeit der Fluggäste sicher.
Condor lädt ein zum Flug in die "Condoribik"
Condor lädt ein zum Flug in die "Condoribik"
Mit dem Traditionflieger erinnert der älteste europäische Ferienflieger an sein 55-jähriges Jubiläum im vergangenen Jahr und an Hans Geisler, der am 29. März 1956 den ersten Flug bei der Deutschen Flugdienst GmbH, der Condor-Urmutter charterte. Der Flieger wird kein Einzelfall bleiben. „Wir werden uns das Wort Tradition in den nächsten Monaten auf die Fahne schreiben“, kündigt Rainer Kröpke. Für den Leiter Produktmanagement und Marketing der Condor ist das Jubiläum eine Chance, im scharfen Wettbewerb der Carrier mit Vertrauen, Sicherheit und Verläßlichkeit zu punkten. Im Kampf um das knappe Zeitbudget der Kunden setzt Kröpke zudem auf eine konsistente Markenführung. „Wir haben den Anspruch, dass die Leute, wenn sie sich mit Condor beschäftigen, uns gleich erkennen müssen.“ Gleichwohl stand Mitte des vergangenen Jahr alles auf dem Prüfstand: Claim, das Corporate Design mit Weißraum, blauer Bühne und Fliege. Am Ende des Workshops, in den die Agenturpartner Huth & Wenzel und Denkwerk eingebunden waren und in dem es keine Denkverbote gab, standen zwei wesentliche Entscheidungen. Der Claim „Wir lieben Fliegen“ bleibt, das CD auch. „Eine Marke sollte nur dann etwas Gutes aufgeben, wenn sie etwas Besseres findet“, begründet Birgit Clauß, Leiterin Marketingkommunikation, das Festhalten an dem bisherigen Erscheinungsbild.

Gleichwohl gibt es Veränderungen. Während die meisten Wettbewerber auf Vollformatsbilder mit lächelnden und gutaussehenden Stewardessen setzen, greift Condor künftig in der Anzeigengestaltung auf Polaroids zurück, um den Weißraum zu füllen. „Wir können mit den Bildern sehr flexibel Themen spielen und emotionaler als bisher auftreten“, beschreibt Clauß den Vorteil der Kreation. Diese zieht sich durch nahezu alle Kommunikationsmitteln, nur auf der Website agiert das Unternehmen hier zurückhaltender. Dafür nutzt Condor das Stilmittel auch in der TV-Werbung (Agentur: Excite). Erstmals setzt dabei die Airline ihre Presentingspots sowohl bei der IP- als auch die Seven One Media-Senderfamilie ein. „Wir fahren das Budget nicht hoch. Wir ver teilen es nur anders“, sagt Clauß.

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Insgesamt bleibt das Marketingbudget in diesem Jahr im deutschen Markt konstant, lediglich im Auslandsmarketing werden die Investitionen etwas erhöht. Für Kröpke ist das kein Problem. „Marketing ist für mich keine Frage des Budgets, sondern des kreativen Umgangs damit.“ mir
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