Reportage: Der iPhone-Verkaufsstart in Frankfurt

Freitag, 09. November 2007
In den T-Punkten steht das I-Phone im Vordergrund (Fotos: BlueMars)
In den T-Punkten steht das I-Phone im Vordergrund (Fotos: BlueMars)

Der deutschlandweite Verkaufsstart des iPhone ist am 9. November relativ ruhig angelaufen. Lediglich beim Nachtverkauf in Köln waren größere Schlangen vor den T-Punkten zu beobachten. In der Frankfurter Innenstadt blieb der iPhone-Verkauf eine reine Routinesache. Während in der Kölner Innenstadt mehrere hundert Kunden in der Zeit von Mitternacht bis halb drei ihre Apple-Smartphones ergatterten, begann der Verkauf in den restlichen der rund 700 Telekom-Läden zu den normalen Öffnungszeiten. 8 Uhr 30, auf der Frankfurter Zeil, Hausnummer 94. Eine kleine weiße Kehrmaschine fährt ihre Runden durch die von Herbstlaub bedeckte Fußgängerzone. Die einzigen beiden Menschen, die in der Nähe des T-Punktes fotografieren, sind zwei Touristen aus Südkorea. Ob sie wüssten, dass heute iPhone-Verkaufsstart in Deutschland sei? Sie verneinen, und knipsen das gegenüberliegende Gebäude.

Reichlich Presse-Rummel um das I-Phone
Reichlich Presse-Rummel um das I-Phone
In drei Metern Abstand zur Glastür des Telekom-Ladens steht Uwe Berger. Der Frankfurter wärmt sich die Hände an seinem McDonald's-Kaffee und bleibt ruhig. "Ich fange erst später an, zu arbeiten. Deswegen möchte ich mein iPhone gleich kaufen", sagt der 37-jährige Maschineneinrichter. Bisher war er Vodafone-Kunde - nun soll es ein schickes Apple-Telefon sein.

Während Berger noch draußen wartet, bereiten sich Filialleiter Denny Haase und sein Team auf die Kunden vor. Um schnell bedienen zu können, werden über den Tag verteilt insgesamt 45 Mitarbeiter im Laden arbeiten. Externe Promotoren ergänzen die Stammbelegschaft. "Wir haben ausreichend Geräte da", sagt der 27-Jährige auf Nachfrage. Über die gesamte Anzahl verrät auch Andreas Fuchs nichts. Der T-Mobile-Pressesprecher für die Region Südwest sagt aber, dass es im Shop in Sachsenhausen ab 8 Uhr bereits zehn Geräte innerhalb der ersten halben Stunde verkauft worden seien. Käme es zu Engpässen bei den Geräten, könne man über das Zentrallager in Euskirchen nachbestellen.

Das scheint allerdings das geringste Problem zu sein. Denn bis auf den Run auf die Smartphones in Köln bleibt es nach Agenturberichten auch im Rest des Landes relativ ruhig.

Wer ein iPhone haben will, bekommt es. Und muss lediglich warten und der inzwischen anwesenden Menge lokaler und regionaler Medienvertreter Rede und Antwort stehen. Auch die erste Nachrichtenagentur hat einen Reporter vorbeigeschickt. Um 9 Uhr steht auch Moritz Amrhein vor dem Telekom-Laden, um sich sein iPhone zu sichern. Er ist extra mit dem Auto aus Offenbach gekommen. "Bei uns gibt es nur so einen Partnershop und keinen T-Punkt", sagt der 22-jährige Student.

Carsten Schrauff ist der erste I-Phone-Käufer in Frankfurt
Carsten Schrauff ist der erste I-Phone-Käufer in Frankfurt
Neben ihm steht Carsten Schrauff. Da es kein Gedrängel vor der Tür des Ladens gibt, steht der 35-jährige Frankfurter nun zufälligerweise in der Pole Position - Schrauff wird der erste Kunde sein, der sein neues Handy erhalten wird. Als wäre er gecastet: Schrauff ist der von vielen Beobachtern erwartete typische Kunde. "Ich wäre jetzt kein T-Mobile-Kunde, wenn ich nicht müsste", sagt der Apple-Fan. "Aber, ich will kein Handy, bei dem ich alle fünf Monate in den Shop laufen muss, um ein Software-Update zu bekommen. Das wäre ja wie ein Zahnarztttermin", sagt der Veranstaltungskaufmann. Zum Thema Updates und problemloses Handling des Geräts gibt er ein druckreifes Statement ab: "Da vertraue ich einfach Steve Jobs." Nachher wird er in die RTL-Kamera lächeln, "vielen Dank, Steve Jobs" sagen.

Die einzige Frau in der etwa fünfköpfigen Kundenschlange ist Anja Rau, auch sie ein Apple-Fan, der zum magentafarbenen Mobilfunker wechselt. "Das ihone passt perfekt in mein Use-Case", sagt die Mediendesignerin. "Ich will mich eben nicht mit schlechten Geräten umgeben - und die Jungs bei Apple denken an jede Situation", erklärt die Mittdreißigerin.

Und schon geht es los, die Glastüren öffnen sich, und Schrauff, Berger und Rauh gehen, dem Augenblick entsprechend, gemessenen Schrittes in die durch das begehrte ihone nun so geheiligten Hallen des Frankfurter T-Punkts. tk

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