Regierung umwirbt ausländische Studenten

Dienstag, 09. Januar 2001

Nach der Green-Card-Offensive startet die Bundesregierung eine weitere Aktion, um den Mangel an Fachkräften in Deutschland zu beheben. Unter der Leitung von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) soll eine so genannte "Konzertierte Aktion", an der sich voraussichtlich Bund, Länder, Wissenschaftsorganisationen ebenso wie die Wirtschaftsverbände beteiligen werden, die Position der Bundesrepublik als Bildungs- und Forschungsstandort in aller Welt stärken. Die Imagekampagne wird frühestens im Mai beginnen und vermutlich drei Jahre lang laufen.
Während sich die meisten der international als mobil eingestuften Studenten für die USA oder Großbritannien entscheiden, hinkt Deutschland im internationalen Vergleich weit hinterher. "Wir brauchen hochqualifizierten Nachwuchs", sagt Rolf Hoffmann vom Deutschen Akademischen Austausch-Dienst (DAAD). Der DAAD wird die Konzertierte Aktion unter Leitung Hoffmanns koordinieren.
Die Imagedachkampagne ist Teil einer zweiteiligen Strategie, zu der außerdem die Gründung eines Konsortiums für internationales Hochschulmarketing gehört. Es hat am ersten Januar die Arbeit aufgenommen. Die Leitung von Gate, so der Name der Konsortiums, obliegt dem DAAD und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Gate hat das Ziel, die bislang spärlichen, zudem unkoordinierten Marketingaktivitäten der deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu steuern. Diese Institutionen können gegen einen geringen Mitgliedsbeitrag in das Konsortium eintreten und dafür Dienstleistungen in Anspruch nehmen, etwa die Teilnahme an ausländischen Messen und die Organisation von Werbekampagnen für bestimmte Zielgruppen oder in bestimmten Ländern. Noch ist offen, inwieweit das Angebot von den Bildungseinrichtungen angenommen wird. Rolf Hoffmann: "Jetzt müssen die Hochschulen Farbe bekennen."
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