Reckitt Benckiser will TV-Spendings kappen - und in Print stecken

Freitag, 16. Mai 2008
Entdeckt werbeträger Print: Reckitt-Benckiser-Chef Bart Becht
Entdeckt werbeträger Print: Reckitt-Benckiser-Chef Bart Becht

Schlechte Nachricht für die TV-Vermarkter: Reckitt-Benckiser, eine der agilsten Werbungtreibenden im deutschen Fernsehen, will einen Teil des Media-Budgets von TV zu Print umschichten. "Ich finde, dass Print im Vergleich zum Fernsehen stark an Qualität gewonnen hat. Printmedien sind nicht im gleichen Maße entwertet worden", sagt Reckitt-Benckiser-Chef Bart Becht im Interview mit dem "Handelsblatt".

Dabei spielt er vor allem auf die zunehmende Penetration von Festplatten-Recordern an, mit denen sich aufgezeichnete Sendungen ohne Werbeunterbrechungen abspielen lassen. Becht: "Darum zahle ich zum Beispiel in Großbritannien Sky nicht das gleiche wie vor fünf Jahren. Das können Sie vergessen." Vor allem Frauen-affine Titel dürften von dem Strategiewechsel profitieren.

Der führende Hersteller von Haushaltsreinigern gibt im Branchenvergleich überdurchschnittlich viel für Werbung aus - etwa 12 bis 13 Prozent des Nettoumsatzes. In Deutschland investiertet Reckitt-Benckiser im vergangenen Jahr laut Nielsen brutto rund 157 Millionen Euro in klassische Werbung - 96 Prozent davon entfielen aufs TV. Zum Markenportfolio gehören beispielsweise Calgon, Cillit Bang und Vanish.

Der Etat insgesamt bleibe aber stabil. Die Spendings sind laut Becht im hohen Kommunikationsbedarf für Innovationen begründet. Rund 40 Prozent des Umsatzes stammt von Produkten, die der britisch-niederländische Konzern in den vergangenen drei Jahren auf den Markt gebracht hat. Zudem seien auch in Westeuropa viele Produktkategorien, in denen der Konzern aktiv ist, längst nicht gesättigt.
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