Razzia: DFB will Durchsuchung rechtlich prüfen lassen

Mittwoch, 27. Februar 2008
Weist Vorwürfe zurück: DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach
Weist Vorwürfe zurück: DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach

Auf die am Dienstag durchgeführte Durchsuchung ihrer Geschäftsräume haben die Fußballverbände DFB und DFL mit Unverständnis reagiert. DFB und DFL wollen nach eigenen Angaben alle Facetten der Rechtmäßigkeit der vom Bundeskartellamt angeordneten Razzia überprüfen lassen, insbesondere die Verhältnismäßigkeit der Durchsuchung. Außerdem zieht der DFB Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die beteiligten Behörden in Erwägung.  „Dieser Vorfall ist für uns alle unfassbar. Da wir stets korrekt und fair mit allen Behörden zusammenarbeiten, was besonders bei der WM 2006 ein Erfolgsgeheimnis war, gibt es nicht den geringsten Grund, etwas zu verschleiern", erklärt DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach. "Hätte uns das Bundeskartellamt direkt kontaktiert, hätte es eine saubere Antwort mit allen gewünschten Unterlagen erhalten", so Niersbach weiter. 

Die Razzia, bei der auch Unterlagen beschlagnahmt wurden, war vom Bundeskartellamt im Rahmen eines gegen DFB und DFL eingeleiteten Ordnungswidrigkeiten-Verfahrens wegen „des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen" angeordnet worden. Nach Darstellung des Bundeskartellamtes sollen der DFB und die DFL eine Arbeitsgruppe für den Bereich des Sponsorings mit dem Ziel gebildet haben, den Wettbewerb zwischen dem DFB und den Lizenzvereinen auf dem Markt für Sportmarketing um Sponsoren auszuschließen. DFB und DFL weisen die Vorwürfe zurück. Die angeordnete Durchsuchung soll in keinem Zusammenhang mit den aktuellen TV-Ausschreibungen der DFL stehen.
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