Rassismusvorwurf: VW setzt sich mit Super-Bowl-Spot in die Nesseln

Mittwoch, 30. Januar 2013
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Es wäre eine Überraschung gewesen, wenn Volkswagen nach seinem Teaser-Spot die Richtung seiner Super-Bowl-Kampagne völlig geändert hätte. In dem offiziellen Clip, der jetzt in den sozialen Medien zu sehen ist, knüpft VW nahtlos an den Kampf gegen den täglichen Frust aus dem Teaser-Spot an.  Nur diesmal spielt die Handlung in einem Büro statt auf einer grünen Wiese. Statt frustrierter Youtubehelden steht diesmal eine einzelne Person im Mittelpunkt. Der gute-Laune-Bär heißt Dave, kommt eigentlich aus Minnesota, spricht aber mit einem jamaikanischen Akzent und muntert seine Bürokollegen mit Sprüchen auf dem Ersten-Hilfe-Koffer gegen Frust auf. Und wenn gar nichts anderes mehr hilft, dann muss eben eine kleine Spritztour mit Chef und Kollege her - in einem feuerroten Beetle. Deutsche Ingenieurskunst gegen die langweiligen Automodelle anderer Hersteller, lautet die unterschwellige Botschaft der 60-Sekünders, der unter dem Claim "Get In, Get Happy" steht. Damit ist auch ganz nebenbei das lange gehütete Geheimnis gelüftet, welches Modell VW während des Super Bowls promoten will. Die Kreation des Clips stammt wie der Teaser von Stammbetreuer Deutsch, L.A.

Allerdings gefällt die Easy-Living-Strategie nicht jedem in Nordamerika. Kurz nach dem Launch sieht sich VW aufgrund des Dialekteinsatzes und dem Griff in die Klischeekiste vom ewig entspannten und fröhlichem Inselvolk mit Rassismusvorwürfen konfrontiert. Diese Vorwürfe weist die amerikanische Tochter des Wolfsburger Autobauer energisch zurück. Man habe niemanden beleidigen und verletzen wollen, so der Tenor. Man habe den Spot im Vorfeld mit verschiedenen Konsumenten, darunter 100 Jamaikanern getestet, und keine negativen Reaktionen bekommen. Und so bewertet denn auch mancher offizielle Vertreter des  Karibikstaates den Spot weniger aufgeregt als so mancher US-Kolumnist. "Wir sehen das als ein Kompliment an", sagt etwa Wykeham McNeill, Tourismusminister von Jamaika gegenüber "USA Today". Bisher jedenfalls scheint es auch keine Pläne zu geben, den Spot aus dem Super Bowl-Programm zu nehmen. Das Video jedenfalls  entwickelt schon zum Selbstläufer. Bereits nach einem Tag hat das Video auf Youtube über 1,4 Millionen Zugriffe geschafft. mir
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