RWE-Auftritt: Einführung auf Sparflamme

Donnerstag, 17. April 2008
Das neue Logo transportiert gleichzeitig eine Botschaft
Das neue Logo transportiert gleichzeitig eine Botschaft

Jetzt ist es offiziell: der Essener Energieriese RWE wechselt sein Erscheinungsbild und macht künftig den Schriftzug "voRWEg gehen" zum Kern seiner Corporate Identity. Zusätzliches Geld will Vorstandschef Jürgen Großmann für die Einführung allerdings nicht in die Hand nehmen, wie er auf der heutigen Bilanzpressekonferenz klarstellte. "Wir geben dafür übrigens keine zusätzlichen Mittel aus, sondern widmen bereits budgetierte Mittel für andere Kommunikations-Maßnahmen um", so Großmann gegenüber den Aktionären.

Die blaue RWE-Hand ist Geschichte
Die blaue RWE-Hand ist Geschichte
Den Abschied von dem aktuellen Logo, das eine geöffnete Hand vor blauem Hintergrund zeigt, begründet Großmann mit der gewandelten Konzernstruktur von RWE: "Im bisherigen Logo stand die Hand für ein ganzes Bündel an Geschäftsfeldern und Produkten, inklusive Umweltdienstleistungen. Inzwischen konzentrieren wir uns auf Strom und Gas", so der Vorstandschef.

Vorstandschef Jürgen Großmann wirbt mit angezogener Handbremse
Vorstandschef Jürgen Großmann wirbt mit angezogener Handbremse
Um den neuen Auftritt hatte es schon vor der offiziellen Präsentation einigen Wirbel gegeben, denn die Agenturkonstellation hinter der Umpositionierung ist undurchsichtig: Für die Umsetzung der Corporate Identity hat RWE die Agentur Jung von Matt Brand Identity angeheuert, die begleitende Kampagne, die am 18. April startet, soll angeblich alleine von der Hamburger Zwei-Mann-Agentur Bungalow Brand Lab umgesetzt werden.

Beobachter fragen sich allerdings, ob die Verantwortungsgebiete zwischen den Dienstleistern klar abgegrenzt sind. Eine Frage mit Gewicht, denn Jung von Matt ist an die EnBW-Tochter Yello gebunden, deren Kommunikationsstrategie und Werbung sie "branchenexklusiv" umsetzt, wie der Kölner Energiediscounter klarstellt.

Die Mini-Agentur Bungalow Brand Lab wird von dem Freelancer Jürgen Alker geführt, der lange für Jung von Matt gearbeitet hat. Wie der Dienstleister den millionenschweren Etat schultern will, wie die Vergabe lief - dazu wollen weder Alker noch RWE sich öffentlich äußern. jh





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