Quelle steckt wieder Geld in klassische Werbung

Montag, 20. Juli 2009
Quelle will Verkäufe mit Radiowerbung ankurbeln
Quelle will Verkäufe mit Radiowerbung ankurbeln

Der angeschlagene Versandhändler Quelle gibt wieder Geld für klassische Werbung aus. Gut eine Woche nachdem der von der Bundesregierung bewilligte Massekredit in Höhe von 50 Millionen Euro die letzten formalen und juristischen Hürden genommen hat, schickt das insolvente Tochterunternehmen von Arcandor nach langer Pause mal wieder einen Hörfunk-Spot on Air.  Wie Unternehmenssprecher Manfred Gawlas auf Anfrage von HORIZONT.NET präzisiert, wird das erste von der Hamburger Lead-Agentur Heuer & Sachse entwickelte Commercial zunächst eine Woche laufen. "Danach geht es aber direkt weiter", so Gawlas. Für Planung und Einkauf ist die Düsseldorfer Agentur Zenith Media zuständig, die neben Quelle auch die anderen großen Marken aus dem insolventen Arcandor-Konzern betreut.

Quelle-Geschäftsführer Konrad Hilbers will mit dem Commercial nicht zuletzt das angesichts zahlreicher Negativ-Schlagzeilen angekratzte Image des Konzerns wieder aufpolieren. "Wir denken, dass die Radiowerbung helfen kann, Vertrauen bei den Kunden zu erzeugen", sagt Hilbers. Die Kunden sollten das klare Signal erhalten, dass "Quelle wirklich wieder da" sei. Eine Aussage, die nach dem Hickhack der vergangenen Wochen nicht unbedingt zu erwarten war. Damit die Botschaft auch wirklich ankommt, wird daher in dem 15-Sekünder das Thema Insolvenz aufgegriffen - wenn auch indirekt:  "Der spannendste Quelle-Katalog aller Zeiten ist da", spielt der Konzern mit einem Anflug von Ironie auf seine Beinahe-Pleite an, um am Ende hinzuzufügen: "Wir sind für Sie da - versprochen". Zusätzliche Kauf-Anreize soll der zeitlich befristete Wegfall der Versandgebühren erzeugen, der ebenfalls in dem  Radiospot thematisiert wird.

Die Radiowerbung ist aber nur ein Teil der Marketingoffensive, mit der Quelle nun einen Befreiungsschlag versucht. Auch der Quelle-Katalog - das mit Abstand wichtigste Vertriebs-Instrument des Fürther Versandhauses - ist nun endlich im Umlauf. Nachdem es zwischenzeitlich Probleme mit den Druckdienstleistern gab, wurden nun die ersten drei Millionen Exemplare unters Volk gebracht. Und das offenbar nicht ohne Erfolg. "Bei den Bestellungen von Kunden, die einen Katalog bekommen haben, liegen wir deutlich über Vorjahr", freut sich Unternehmenssprecher Gawlas. Auch die Suchmaschinenwerbung ist inzwischen wieder angelaufen. mas
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