Puma erhöht Werbespendings und meldet Rekordumsatz

Mittwoch, 15. Februar 2012
Franz Koch, seit März 2011 an der Spitze des Sportartikelkonzerns Puma
Franz Koch, seit März 2011 an der Spitze des Sportartikelkonzerns Puma


Es war eine große Aufgabe, die ihm Jochen Zeitz überlassen hatte. Und Franz Koch, der im März 2011 die Nachfolge des langjährigen Puma-Chefs angetreten hatte, hat sie erfüllt: Der Sportartikelkonzern kann einen Rekordumsatz von knapp 3,01 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr vermelden. Das nächste Ziel hat ihm Zeitz ebenso mit auf den Weg gegeben: einen Umsatz von 4 Milliarden Euro bis 2015. Dass er auch das schafft, steht für Koch ausser Frage. Hierfür will er kräftig in Marketing, Design und Produktentwicklung investieren. Mit der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine sowie den Olympischen Spielen in London stehen in diesem Jahr gleich zwei Großereignisse an, die bei Puma die Kassen klingeln lassen sollen. Um wie viel Puma allein seine Bruttowerbespendings erhöhen will, verriet Koch nicht. Laut Nielsen Media Research hatte das Unternehmen bereits im Vorjahr 18,6 Prozent draufgepackt und hierzulande insgesamt rund 1,23 Millionen investiert, das Gros in Publikumszeitschriften und Out of Home.

Joy soll zum zentralen Markenelement von Puma werden
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Doch Werbung alleine reicht nicht aus. Attraktive Produkte sind wichtig, um gegenüber den Riesen Adidas und Nike bestehen zu können. Das Rezept zum langfristigen Erfolg nannte Koch auf der heutigen Bilanzpressekonferenz: Es heißt Joy, Begeisterung. Mit diesem Element soll Puma künftig stärker in Verbindung gebracht werden - und jünger wirken. Koch: "Puma ist eine innovative, leicht rebellische Marke für junge und jung gebliebene Menschen, die Freude am Leben haben."

Bereits in 2011 habe man damit begonnen, die Marke durch ein "frischeres und moderneres" Image zu stärken. Aus diesem Grund hatten die Herzogenauracher Innovationsteams für die Segmente Schuhe und Textilien gegründet. Diese arbeiten abteilungsübergreifend und sollen "zukunftsträchtige Ideen, neue Technologien und nachhaltige Produkte außerhalb des regulären Produktentwicklungszyklusses" entwickeln.

Beschlossen Mega-Deal: BVB-Vorstandschef Hans-Joachim Watzke (l.) mit Franz Koch
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Vor allem der Bereich Sport ist es, auf den Puma künftig stärker den Fokus legen will. Neben Segeln (Volvo Ocean Race, America's Cup), Motorsport (Kooperation mit Ferrari, Mercedes und BMW) und Golf liegt Puma die Kategorie Fußball am Herzen. Ende Oktober gab der Konzern die Partnerschaft mit dem Bundesligisten Borussia Dortmund bekannt. Zudem hatte der Sportkonzern Fußballstars wie den spanischen Nationalspieler Cesc Fàbregas unter Vertrag genommen. Er soll eine zentrale Rolle in den globalen Werbekampagnen von Puma spielen.

Das operative Ergebnis (Ebit) stieg in 2011 um 8,6 Prozent auf 333,2 Millionen Euro. Unterm Strich blieben 230,1 Millionen Euro übrig, ein Zuwachs von fast 14 Prozent. Für 2012 und 2013 rechnet Puma mit einem Umsatzwachstum im oberen einstelligen Bereich, der Konzerngewinn soll sich in beiden Jahren im mittleren einstelligen Bereich verbessern. jm
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