Puffbesuch bei Incentive-Reise: Wüstenrot-Vertreter in Sexskandal verwickelt

Montag, 12. Dezember 2011
Wüstenrot hat sich im Rotlichtbezirk verlaufen (Foto: Kai Krueger - Fotolia.com)
Wüstenrot hat sich im Rotlichtbezirk verlaufen (Foto: Kai Krueger - Fotolia.com)


Vielleicht hat Bernd Hertweck schnell zum Telefon gegriffen und sich bei der Ergo Rat geholt. Der Vorstand der Wüstenrot Bausparkasse reagierte jedenfalls schnell, als heute das Handelsblatt über eine ausschweifende Incentive-Reise nach Brasilien berichtete. Danach sollen sich mindestens drei Außendienstler, darunter Führungskräfte, mit Prostituierten vergnügt haben. Das Ganze soll sich in im Barbarella abgespielt haben. Der Nachtclub sei in Rio de Janeiro als ein Kontakthof für käuflichen Sex bekannt. Insgesamt sollen 14 freie Handelsvertreter der etwa 50köpfigen Reisegruppe  in dem Lokal gewesen sein. Die Geschichte erinnert fatal an die Ereignisse im Frühjahr, als sich plötzlich der Düsseldorfer Versicherungsriese Ergo mitten im zweiten Flight seiner Imagekampagne inmitten eines Budapester Sexskandals wiederfand. Im Jahr 2007 hatten Außendienstler der Vertriebstochter HMI in der ungarischen Hauptstadt auf Firmenkosten eine ausschweifende Party gefeiert.

Dass sich nun ähnliches  bei Wüstenrot abgespielt haben soll, erschüttert viele in der Branche. Die Bausparkasse, eigentlich eher für ihre hohen moralischen Ansprüche bekannt, spricht denn auch vom Fehlverhalten einzelner. "Bei uns gilt ein klares Prinzip: Wir unterstützen, organisieren oder finanzieren keine Aktivitäten, die gegen unseren Verhaltenskodex verstoßen. Dies haben wir auch bei der Incentive-Reise nach Rio de Janeiro nicht getan", sagt Hertweck in einer Stellungnahme, die heute auf der Homepage des Bauspar-Giganten zu lesen ist. So habe eine Überprüfung der Unternehmenskreditkarten ergeben, dass kein Geld des Konzerns für einen Bordellbesuch geflossen sei, erklärt zudem ein Sprecher. Die Reise selbst hat insgesamt über 200.000 Euro gekostet. Dennoch gehen die Ermittlungen in der eigenen Revisonsabteilung weiter. "Wir prüfen derzeit intensiv, ob einzelne Teilnehmer gegen unsere Verhaltensregeln oder Rechtsvorschriften verstoßen haben" sagt Vorstand Hertweck. Gleichzeitig stellt die Traditionsmarke ihr gesamtes Anreizsystem auf den Prüfstand.

Welche Folgen das Bekanntwerden des Puffsbesuchs für die Kommunikation des Unternehmens hat, ist derzeit noch völlig offen. "Wir können hier noch keine Aussagen machen", sagt ein Sprecher auf Anfrage von Horizont.net. Seit Mitte Oktober ist die Bausparkasse mit einer TV-, Online- und Printkampagne on Air. Die Kreation verantwortet Jung von Matt/Neckar. Ergo hatte seinerzeit seine Markenkampagne für vier Wochen ruhen lassen. mir
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