Projekt Weltfrieden: Wie Coca-Cola Pakistan und Indien versöhnen will

Dienstag, 19. März 2013
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Coca-Cola hat im Rahmen seines "Happiness"-Projekts schon in vielen Teilen der Welt erfolgreiche Stunts mit speziell designten Verkaufsautomaten umgesetzt, doch diese Idee könnte im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte schreiben. Wie das Werbefachblatt "Creatitivity" schreibt, steht der Softdrink-Konzern kurz davor, sein bisher ambitioniertestes Projekt "Small World Machines" unter realen Bedingungen zu testen. Dabei würden Verkaufsautomaten in Indien und Pakistan kostenlos Softdrinks abgeben, allerdings nur unter einer Bedingung: Die Bewohner dieser verfeindeten Nationen müssten zuvor ihren Jahrzehnte alten Hass begraben. In der Theorie klingt die Idee einfach genug: Ein Verkaufsautomat in Indien wäre über Standleitung und Kamera mit einem Automat in Pakistan verbunden. Nur wenn die Menschen vor den Automaten über Touchscreens freundschaftlliche Gesten austauschen, erhalten beide Parteien ein kostenloses Getränk. Doch in dem aktuellen politischen Klima der beiden Länder könnten die eigentlich positiv gemeinten Maschinen schnell zum Pulverfass werden.

Pakistan steht derzeit innenpolitisch unter dem Druck radikal-islamistischer Kräfte. Die außenpolitische Bedrohung durch den indischen Nachbarn wird da gern von der Regierung als Herrschaftslegitimation gegenüber Bevölkerung und Militär genutzt. Auch in Indien sitzt das Misstrauen gegenüber dem islamischen Nachbarn im Westen tief. So ist bis heute unvergessen, dass die terroristischen Anschläge auf Hotels in Mumbai im November 2008 Verbindungen nach Pakistan hatten.

Diese Risiken dürften auch Coca-Cola bewusst sein. So lässt sich erklären, weshalb das Konzept der "Small World Machines" zwar schon im Dezember 2012  fertig war, aber bis heute auf seinen Einsatz wartet. Denn sollte Coca-Cola im Rahmen der Aktion als Marke mit einer politischen Agenada wahrgenommen werden, könnte sie schnell zum Ziel von politischen Extremisten werden. cam
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