Produktpiraterie bereitet Markenverband Sorgen

Montag, 19. März 2012
"Dramatische Zunahme": Christian Köhler, Chef des Markenverbands
"Dramatische Zunahme": Christian Köhler, Chef des Markenverbands

Gefälschte Waren im Wert von 82,6 Millionen Euro (2010: 95,8 Millionen Euro) hat der deutsche Zoll im vergangenen Jahr aus dem Verkehr gezogen. Davon stammten etwa 75 Prozent aus der Volksrepublik China und Hongkong, zog die Deutsche Zollverwaltung jüngst Bilanz. Besorgniserregende Zahlen, wie der Markenverband und der Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse (VKE) finden. Sie gehen davon aus, dass dies nur die Spitze des Eisbergs sei. Laut dem Zoll wurde am häufigsten persönliches Zubehör wie Taschen, Sonnenbrillen, Uhren und Schmuck sowie Schuhe und Bekleidung geschmuggelt. Fälschungen würden weltweit jährlich Schäden von umgerechnet 190 Milliarden Euro verursachen, behaupten die beiden Verbände. "Wie dramatisch die Dunkelziffer an Plagiaten in Deutschland sein muss, wird klar, wenn man die weltweite Zahl in Bezug zu der Wirtschaftsleistung Deutschlands und den aufgegriffenen Plagiaten in Höhe von 83 Millionen Euro setzt", rechnet Christian Köhler, Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes, vor. "Besonders besorgniserregend sehen wir die dramatische Zunahme aufgefundener Fälschungen im Bereich der Spielwaren und elektronischen Spielwaren, die im Vergleich zu 2010 um 25 Prozent gestiegen ist."

1,3 Millionen Euro waren die Parfum und Kosmetikprodukte wert, die der Zoll nach VKE-Angaben aus dem Verkehr nahm. VKE-Chef Stephan Seidel hält die Marken- und Produktpiraterie für innovationsfeindlich und die Sicherheit der Verbraucher und Arbeitsplätze gefährdend. Die Kosmetikfirmen müssten jedes Jahr weltweit siebenstellige Summen einsetzen, um zu verhindern, dass Markenwerte vernichtet werden. Ein allgemeiner Trend sei derzeit, Produkte für Kinder zu fälschen und im Rahmen des steigenden E-Commerce kleine Mengen gefälschter Waren abzugeben. fo
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