Procter & Gamble startet Nachhaltigkeitsoffensive

Dienstag, 28. September 2010
P&G-Zentrale in den USA
P&G-Zentrale in den USA

Procter & Gamble entdeckt die Ökologie als Differenzierungsmerkmal. Vorstandschef Bob McDonald hat eine Vision zur Umweltverträglichkeit vorgestellt, mit dem der US-amerikanische Konsumgüterriese seine Marken wie Pampers, Ariel, Pantene, Oral-B und Gillette langfristig zur Nachhaltigkeit verpflichtet. Die Initiative ist freilich nicht rein altruistisch motiviert. "Die Beschleunigung der P&G-Verpflichtung zur Umweltverträglichkeit ist eine wichtige Komponente der permanenten, zweckinspirierten Wachstumsstrategie des Unternehmens", weiß Procter&Gamble-Boss McDonald. Gleichwohl sei es das Ziel, das Leben von Verbrauchern in vielen Teilen der Welt umfassend zu verbessern und "etwas Positives in der Welt zu bewegen".

Konkret plant Procter & Gamble, seine Anlagen künftig zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie anzutreiben und für alle Produkte und Verpackungen ausschließlich erneuerbare oder recycelte Materialien zu verwenden. Darüber hinaus soll kein Verbraucher- und Produktionsmüll mehr entstehen, der deponiert werden muss. Nicht zuletzt will Procter künftig Produkte entwickeln, die "die Bewahrung von Ressourcen maximieren", teilt das Unternehmen mit.

Bis die Vision umgesetzt ist, wird noch viel Zeit ins Land gehen. Die ersten Ziele will Procter in 10 Jahren erreichen. Bis 2020 sollen etwa 25 Prozent der erdölbasierten Materialien durch erneuerbare ersetzt und 70 Prozent aller Maschinenwäschen auf Kaltwasser umgestellt werden. Der Anteil der erneuerbaren Energie, mit der P&G seine Anlagen betreibt, soll bis zu diesem Zeitpunkt auf 30 Prozent steigen.

Bei Umweltschutzorganisationen kommt die Initiative gut an. "P&Gs Verpflichtung zur Nachhaltigkeit kann einen großen Einfluss auf die Transformation des Marktes haben", sagt etwa Carter Roberts, Firmenchef und Präsident des World Wildlife Fund USA. "Indem wir große Unternehmen wie P&G verpflichten, können wir einen breiten und lang anhaltenden Einfluss auf unsere Erhaltungsziele erzielen", so Roberts weiter. mas
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