Prinzip Hoffnung beim ZAW

Dienstag, 27. Mai 2003

Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) sieht vereinzelte Anzeichen für eine Erholung am Werbemarkt. Da Unternehmen wie Unilever, Daimler-Chrysler, Deutsche Post und Procter & Gamble ihre Etats für klassische Werbung im 1. Quartal 2003 deutlich ausgeweitet hätten, bestehe Hoffnung auf einen leichten Aufschwung, so Verbandspräsident Hans-Henning Wiegmann. Dafür spreche auch, dass Nielsen Media Research für den Zeitraum von Januar bis April nur noch ein Minus von 0,6 Prozent bei den Brutto-Werbeausgaben ermittelt hat.

Dennoch sieht die Bilanz fürs abgeschlossene Jahr 2002 düster aus: Erstmals seit fünf Jahren ist der Werbemarkt 2002 unter der 30-Milliarden-Euro-Grenze geblieben. Wie der ZAW ermittelte, summieren sich die Umsätze im vergangenen Jahr auf 29,6 Milliarden Euro - 5,9 Prozent weniger als 2001. Die Statistik weist damit das zweite Jahr in Folge ein Minus aus. Zum Bruttoinlandsprodukt hat die Branche nur noch 1,4 Prozent beigetragen.

Die Medien haben 2002 wie schon im Vorjahr am stärksten unter dem Rückgang gelitten. Ihre Einnahmen sanken um 7,5 Prozent auf rund 20 Milliarden Euro. Nach Werbeträgern betrachtet, leiden die Tageszeitungen am heftigsten unter der Flaute. Sie mussten bei den um Mengen- und Malrabatten sowie Mittlerprovisionen bereinigten Netto-Werbeeinnahmen ein Minus von 12,5 Prozent hinnehmen und machten einen Umsatz von rund 4,94 Milliarden Euro. Auch die TV Sender rutschen weiter ab und verzeichnen nur noch Nettoeinahmen von 3,96 Milliarden Euro (-11,5 Prozent).

Ein sattes Plus konnten nur die Online-Angebote verbuchen: Sie legten um 22,7 Prozent auf 227 Millionen Euro zu. Im Vergleich zu den Medienunternehmen kommen die Werbeagenturen mit einem blauen Auge davon: Das Minus beläuft sich auf 1,8 Prozent bei einem Umsatz von 12,5 Milliarden Euro. Viele Agenturen haben die Ausfälle durch einen Ausbau des Beratungsgeschäfts kompensiert. Von der schlechten Lage profitiert hat die Marktforschung: Der Umsatz der Institute erhöhte sich um 4 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. pap
Meist gelesen
stats