Pril-Designwettbewerb: Henkel spült Manipulationsvorwürfe vom Tisch

Freitag, 20. Mai 2011
Stein des Anstoßes: Die Priiiil-Fratze
Stein des Anstoßes: Die Priiiil-Fratze

Zwei Monate lang hatten die Facebook-Freunde der Spülmittelmarke Pril die Gelegenheit, ihre ganz persönliche Pril-Flasche zu gestalten und online zu stellen. Die Community hat anschließend über die besten Designs abgestimmt, aus den Top Ten wählte eine Jury die zwei besten Exemplare aus. Seit gestern stehen die Gewinner fest, die es ab Oktober im Handel geben soll. So weit, so gut - sollte man meinen. Denn mit der Aktion hat sich der Mutterkonzern Henkel keine neuen Freunde geschaffen: Die Facebook-Community erhob den Vorwurf, dass Henkel bei der Abstimmung manipuliert hat. Lange Zeit führten bei der Abstimmung Designs, die so gar nichts mit Spülmittel zu tun hatten. Mitte April lag ein dadaistisches Hähnchen-Design vorne, zuletzt favorisierte die Facebook-Gemeinde Horror: Eine grausgesichtige Fratze mit blutunterlaufenen Augen fletscht die gelben Zähne, darüber steht in roten Lettern "Priiiiiiil". Als die Abstimmung in die entscheidende Phase ging, war die bisherige Rangfolge jedoch durcheinandergewirbelt. Aus den knapp 26.000 Votes, die die Fratze Mitte April noch hatte, waren plötzlich nur noch knapp 8000 geworden, damit musste das Design die Führung abgeben. Schnell machte auf der Facebook-Pinnwand von Pril das Gerücht die Runde: Hier wird manipuliert.

Die Gewinner des Wettbewerbs: "Mr. Pril" und "Prrrril: tierisch gut drauf"
Die Gewinner des Wettbewerbs: "Mr. Pril" und "Prrrril: tierisch gut drauf"
Stimmt gar nicht, sagt Henkel gegenüber HORIZONT.NET. "Leider mussten wir während der Voting-Phase feststellen, dass das Voting einiger Designs in unzulässiger Weise beeinflusst wurde", sagte eine Henkel-Sprecherin. "Da wir die ehrlichen Teilnehmer nicht benachteiligen wollten, haben wir unzulässige Votes abgezogen." Wo eine Unrechtmäßigkeit nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte, habe man aber alle Votes gelten lassen. Nach welchen Kriterien und von wem die Bereinigung durchgeführt wurde, präzisierte Henkel nicht. Nur soviel: Die Bereinigung hätten "Social Media-Experten" besorgt. Auch darüber, welche Agentur den Wettbewerb betreut hat, schweigt das Unternehmen sich aus.

Außerdem bekräftigt Henkel, dass von vornherein hätte klar sein müssen, dass es quatschige Designs schwer haben würden, in den Handel zu kommen: Alle Teilnehmer hätten sich vorab mit den Bedingungen des Gestaltungs-Wettbewerbs einverstanden erklären müssen. Und die hätten nunmal besagt, dass die Gewinner-Designs für Handel und Verbraucher akzeptabel sein müssten. Das sei auch so an die Facebook-Gemeinde kommuniziert worden.

Dennoch zeigt sich der Konzern gegenüber der Community erkenntlich: Die Pril-Fratze soll als Special-Edition mit geringer Stückzahl in den Handel kommen. ire
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