Preussag-Chef Frenzel will nicht am Marketing sparen

Freitag, 30. November 2001
Michael Frenzel hält an seiner Marketingstrategie fest
Michael Frenzel hält an seiner Marketingstrategie fest

Trotz eines 40 Millionen Euro schweren Sparprogramms will Europas größter Touristikkonzern Preussag die Marketingausgaben nicht antasten. Dies teilte Preussag-Chef Michael Frenzel bei der Vorstellung der Quartalsszahlen in Hannover mit. Mit der Ankündigung, zu sparen, reagiert auch Preussag auf die seit dem 11. September angespannte Situation in der Touristikbranche.

Der Oberurseler Konkurrent Thomas Cook, Europas Nummer 2, hatte bereits Ende Oktober ein Sparprogramm mit dem Namen "Triple T" aufgelegt, das neben Investitionskürzungen und Reisebüro-Schließungen auch das Eindampfen der Marketingaufwendungen umfasst. So hat Thomas Cook beispielsweise seine Dachmarkenkampagne bis auf weiteres ausgesetzt.

Die Entscheidung des Preussag-Chefs die Sparaktivitäten trotz Buchungsrückgängen um rund 10 Prozent nicht auf das Marketing auszudehnen kommt nicht überraschend. Erst Anfang November hat der Konzern die umfangreiche Kampagne zur Bewerbung der neuen internationalen touristischen Dachmarke World of TUI gestartet (Agentur: Springer & Jacoby, Hamburg). Nach Frenzels Plänen, soll World of TUI langfristig eine Markenbekanntheit wie die von Coca-Cola erreichen. Weltweit will Preussag in den kommenden drei Jahren rund 90 Millionen Euro für das Bekanntmachen der Brand und die Umstellung der CI ausgeben.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres hat Preussag ein Ergebnis von 832 Millionen Euro erwirtschaftet - ein Plus von 21 Prozent. Die Touristik als die wichtigste Sparte des Konzern, hat mit einem Ergebnisanstieg von fast 29 Prozent auf 528 Millionen Euro entscheidend dazu beigetragen. Mit 18,3 Milliarden Euro lag der Konzernumsatz um 3 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Der kummulierte touristische Umsatz in den ersten neun Monaten stieg um 22 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro.
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