Preisabsprachen: Kaffeeröster müssen Bußgeld zahlen

Dienstag, 22. Dezember 2009
Tchibo muss Strafe zahlen
Tchibo muss Strafe zahlen

Das Bundeskartellamt hat Tchibo, Melitta und Dallmayr zur Zahlung von Bußgeldern von insgesamt fast 160 Millionen Euro verdonnert. Grund: Bereits seit dem Jahr 2000 sollen die drei Familienunternehmen miteinander vereinbart haben, wann und in welchem Umfang sie ihre Preise erhöhen, teilt die Behörde mit. Dadurch wurden Filterkaffee, Espresso, Kaffeepads und Kaffeebohnen teilweise deutlich teurer. Das Bußgeld richtet sich gegen die Firmen und sechs verantwortliche Mitarbeiter. Mindestens bis zu einer Durchsuchung im Juli 2008 seien mehrfach Preiserhöhungen abgesprochen worden. Die 159,5 Millionen Strafe, die auf die Kaffeeröster zukommen, sind die höchste Geldbuße des laufenden Jahres.

Durch Preiserhöhungen Ende 2004 und im April 2005 mussten Verbraucher für das das Pfund Kaffee bei den drei Herstellern etwa einen Euro mehr bezahlen. Dem Kartellamt zufolge agierte über viele Jahre hinweg ein „Gesprächskreis" aus Geschäftsführern und Vertriebsleitern der Kaffeeröster. Diese sprachen auch den „Zeitpunkt der Bekanntgabe beabsichtigter Preiserhöhungen miteinander ab". Melitta teilt mit, gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen zu wollen. np
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