Preis24.de spannt Assange und Merkel vor den Karren

Donnerstag, 10. Februar 2011
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Keiner zieht derzeit so stark die Aufmerksamkeit auf sich wie Julian Assange. Das macht sich jetzt das Preisvergleichsportal Preis24.de zu Nutze und setzt den Wikileaks-Gründer als computeranimiertes Testimonial für seine Werbekampagne ein. Zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel - ebenfalls computeranimiert - enttarnt er Preis24.de als Internet-Portal, das stets die günstigsten Preise aufzeigt.

Die Story: Merkel versucht vor dem Brandenburger Tor eine demonstrierende Menschenmasse zu beruhigen, die günstigere Tarife für DSL fordert. Doch sie muss ihre Bürger enttäuschen: "Deutschland braucht eine bezahlbare Internet- und Telefon-Flatrate. Aber billiger geht es nicht!" Plötzlich erscheint Assange auf der Bühne - links und rechts zwei sexy Blondinen im Arm - und widerspricht der Kanzlerin vehement. "Es geht doch billiger!" und trommelt in der Rolle des Preis24.de-Managers für seine Onlineplattform: "Keiner kann uns stoppen!" Wie im echten Leben wird der blonde Australier nach seiner "Enthüllung" von Polizisten verhaftet und abgeführt.

"Wir wollen mit dem Spot satirisch ein aktuelles Thema aufgreifen und auf die Schippe nehmen", so Preis24.de-Geschäftsführer Tim Heidfeld gegenüber HORIZONT.NET. Um die Markenbekanntheit der im Juli 2010 gestarteten Plattform zu steigern und den Abstand zum Hauptwettbewerber Check24.de zu verringern, setzt Heidfeld auf Storytelling. Die Idee für das Commercial hatte Heidfeld im Dezember vergangenen Jahres. Den 25-Sekünder hat das Unternehmen mit Sitz in Pullach zusammen mit dem Comiczeichner Millus und Digital Edge in Münster produziert, 3Klang in Düsseldorf hat die Vertonung übernommen. Dem Spot, der auf Pro Sieben, Sat 1 und Kabel Eins läuft, folgt ein 10-sekündiger Abbinder (Media: inhouse). Reaktionen von Merkel und Assange auf die Kampage gab es bislang übrigens noch nicht, verrät Heidfeld - obwohl er selbst sogar den Spot auf der Facebook-Seite von Wikileaks gepostet hat.

Ungefragt als Werbebotschafter engagiert zu werden - vor allem für Merkel ist das nichts neues. Und dass sie ungewollt ausgerechnet für die Preisvergleichsseite zu einem erneuten Auftritt kommt, verwundert nicht. Der Autoverleiher Sixt, zu dessen Digital-Tochter E-Ventures Preis24.de gehört, hatte Merkel 2001 schon einmal für die Werbung eingesetzt. Damals verpasste Sixt der Kanzlerin eine wuschelige Sturmfrisur und warb mit diesem Motiv für seine Cabrios. Merkel nahm´s mit Humor. Sie verzichtete auf eine Klage und forderte lediglich eine Gratis-Fahrt mit einem Sixt-Cabrio. jm
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