Politik plant neue Attacken gegen ungesunde Lebensmittel

Mittwoch, 30. Juni 2004

Gegen ungesunde Lebensmittel bilden sich stärkere Fronten in der Politik. Neue Vorstöße kommen von Seiten der Vereinten Nationen und Umweltminsterin Renate Künast. Sie hält eine Erhöhung der Mehrwertsteuer für "ungesunde" Lebensmittel für möglich. In einem "Bunte"-Interview stellte die Ministerin den halbierten Steuersatz für Lebensmittel in Frage. Die UN hat derweil im Kampf gegen Übergewicht schärfere Richtlinien für nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben bei Lebensmitteln verabschiedet. Die Codex Alimentarius-Kommission - eine UN-Organisation zur Entwicklung internationaler Lebensmittelstandards - erhöht damit den Druck auf die Europäische Kommission.

Die Codex- Richtlinie zu den "Health Claims" sieht vor, dass Begriffe wie "fettarm", "fettfrei" oder "wenig Zucker" genau definiert werden müssen und in der Werbung nur entsprechend der Definition zulässig sind. Für Vitamine und Mineralstoffe sollen Angaben nur dann zulässig sein, wenn eine Empfehlung über die Tagesmenge existiert. Gesundheitsbezogene Angaben sollen nur dann zugelassen werden, wenn sie wissenschaftlich belegt sind.

Health Claims auf Produkten, die beispielsweise aufgrund ihres zu hohen Zucker-, Fett- oder Salzgehalts nicht einer gesunden Ernährungsweise entsprechen, können verboten werden. Dies entspricht der von der EU-Kommission geplanten Einführung von Nährwertprofilen. Zudem sollen für Säuglings- und Kleinkinderprodukte nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben nur zulässig sein, wenn sie ausdrücklich in anderen internationalen Richtlinien oder nationalen Gesetzen vorgesehen sind. ork
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