Political incorrect?: EU zieht Spot aus dem Verkehr

Donnerstag, 28. Juni 2012
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Gut gemeint reicht manchmal nicht. Ein Beispiel dafür ist ein Spot im Rahmen der EU-Kampagne "Science: It's a girl thing". Der Vorwurf: sexistisch, er bediene Klischees. Das Video erinnere eher an Werbung für ein Topmodel-Casting. Die EU-Kommission hat es angesichts heftiger Reaktionen von ihrer Youtube-Seite entfernt. Der Spot ist Teil der auf drei Jahre angelegten Kampagne, mit der die Europäische Union junge Frauen in die wissenschaftliche Forschung locken will. Denn laut der EU werden künftig mehr Wissenschaftler benötigt. Frauen seien bislang in der Forschung unterrepräsentiert. Während in weiteren Spots "Botschafterinnen" über technische und naturwissenschaftliche Studiengänge berichten und dafür werben - Lisa etwa, die in Münster Mathematik und Physik lernt, arbeitet der 102.000 Euro teure Trailer nur mit Bildern und Musik.

Die Kampagne wird in diesem und im kommenden Jahr in den 27 Mitgliedstaaten der EU laufen. Dieses Jahr sind Veranstaltungen in sechs Ländern, darunter Deutschland, geplant. Ob der Einsatz der Farbe Pink, kurze Röcke und Stöckelschuhe in Kombination mit Reagenzgläsern, Petrischalen und Platinen Frauen dazu bewegen, den Weg ins Labor zu beschreiten, darf getrost bezweifelt werden. Ob die Zielgruppe der 13- bis 18-Jährigen selbst daran verzweifelt, nicht Model und Wissenschaftlerin gleichzeitig zu sein, ebenfalls. fo
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