Plus-Übernahme: Edeka setzt auf Zweimarkenstrategie

Dienstag, 09. Dezember 2008
Die kleinen Preise leben in Innenstädten weiter
Die kleinen Preise leben in Innenstädten weiter

Mit acht Monaten Verzögerung hat das Bundeskartellamt am Dienstag die Übernahme des Lebensmitteldiscounters Plus durch Edeka freigegeben. Der Edeka-Konzern, zu dem auch der Discounter Netto gehört, wird insgesamt 2300 Plus-Filialen erwerben und in Zukunft auf eine Zweimarkenstrategie setzen. "Von den Märkten, die wir übernehmen, werden 750 unter der Marke Plus weitergeführt, die restlichen werden in Netto umbenannt", erklärt Sprecher Alexander Lüders gegenüber HORIZONT.NET. Die Plus-Filialen, die ihren Namen behalten, sind vornehmlich in Innenstädten angesiedelt und sollen laut Lüders als preisgünstige City-Discounter mit einem kompakten Sortiment und einem breiten Angebot an Frischwaren positioniert werden.

Die Fusion soll Anfang Januar 2009 erfolgen - und wird wohl einige Arbeitsplätze kosten. Wie der Plus-Eigner, die Unternehmensgruppe Tengelmann, mitteilt, gehen aufgrund von Auflagen des Kartellamts mit der Freigabe des Zusammenschlussvorhabens 328 Plus-Märkte an den Penny-Eigner Rewe. Sechs weitere Filialen gehen an Okle und eine an Lidl. 33 Standorte müssen kurzfristig geschlossen werden.

"Vor allem für unsere Mitarbeiter hätte ich mir gewünscht, dass der gesamte Prozess kürzer gewesen wäre und wir es am Ende geschafft hätten, die Schließungsfilialen doch noch in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen zu dürfen", erklärt Karl-Erivan W. Haub, Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann.

Das Bundeskartellamt hatte den Deal, der ursprünglich als Fusion geplant war und ein Gemeinschaftsunternehmen vorsah, im Sommer 2008 aufgeschoben und verschiedene Bedingungen gestellt. Diese werden laut Unternehmensangaben nun vollständig erfüllt. mas
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