Plus 8,7 Prozent: Export treibt deutsche Markenumsätze auf 636 Milliarden Mark

Dienstag, 26. Juni 2001

Das Jahr 2000 war nicht nur für die Medien, sondern auch für die deutschen Markenartikler ein gutes Jahr: Um 8,7 Prozent auf nunmehr 636 Milliarden Mark sind die Industrieumsätze mit Markenwaren aus deutscher Produktion gegenüber 1999 gestiegen. Damals hatte die nominale Rate noch 6,2 Prozent betragen. Dies gab der Markenverband am Dienstag dieser Woche in Frankfurt bekannt.

Das Inlandsgeschäft ist im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent auf 375 Milliarden Mark gewachsen, der Export sogar um 13,5 Prozent auf 261 Milliarden Mark. Johann C. Lindenberg, Vorsitzender des Markenverbandes und im Hauptberuf Chef von Unilever Deutschland, relativierte diese Zahlen jedoch: "Es handelt sich um eine typische Querschnittsbetrachtung, in die ganz unterschiedliche Branchenentwicklungen eingeflossen sind." So müsse etwa die Nahrungsmittelindustrie wegen "bisher nie erlebter Preiskämpfe" einen Umsatzrückgang von 1,7 Prozent (Inland: minus 2,4 Prozent) bei Markenwaren vermelden. Überdurchschnittliche Umsatzzuwächse hätten dagegen Telekommunikation und Elektrotechnik erzielt.

Nur noch von begrenztem Wert ist die Prognose fürs laufende Jahr, denn bereits Anfang Mai hatte der Markenverband die Befragung seiner Mitglieder abgeschlossen. Bis dato war die Stimmung für die konsumnahen Inlandsmärkte, obwohl sich Risiken der Weltwirtschaft bereits abzeichneten, noch durchaus positiv: Knapp 60 Prozent der Markenartikel-Hersteller rechneten im Frühjahr mit einer Zunahme der inländischen Umsätze, 55 Prozent gingen auch von steigenden Erträgen aus.

Erneut forderte Lindenberg eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Handel und Markenartikel-Industrie. Anstatt den Verkaufspreis als "überwiegendes Instrument des Marketing-Mix" einzusetzen, sollte man lieber die Sortimente optimieren und, dies allein an die Adresse des Handels, "die Attraktivität des Einkaufs steigern". Beim Thema Konditionenpolitik und "Sonderforderungen des Handels" schloss er nach dem "aus unserer Sicht äußerst negativen Urteil" des Kammergerichts in Sachen Metro/Allkauf ausdrücklich "gesetzliche Nachbesserungen" nicht aus.
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