Platte Tyrannen: Verein für Verkehrsicherheit wirbt mit Hitler & Co

Montag, 12. November 2012
Hitler als Testimonial: Die rumänische Hilfsorganisation CCVR will Aufmerkamkeit um jeden Preis
Hitler als Testimonial: Die rumänische Hilfsorganisation CCVR will Aufmerkamkeit um jeden Preis

Diktatoren sind in der Werbung beliebt. Meist werden sie eingesetzt, wenn eine Kampagne mit wenig Mitteln möglichst viel Aufmerksamkeit generieren will. Die rumänische Hilfsorganisation CCVR (Beratungszentrum für Opfer des Straßenverkehrs) zeigt in ihrer jüngsten Kampagne Adolf Hitler, Josef Stalin und Saddam Hussein als schwerverletzte Opfer auf der Windschutzscheibe eines Autos. Die sarkastische Botschaft: Anders als in den gezeigten Fällen haben Verkehrsopfer ihr Schicksal normalerweise nicht verdient. Egal ob man den Auftritt als zynisch oder einfach nur als gelungenen schwarzen Humor bewertet, die von Publicis Bukarest entwickelte Printkampagne kann für sich zumindest beanspruchen, Aufmerksamkeit für ein Thema zu erzeugen, das normalerweise schnell ignoriert wird. Traditionelle Aufklärungskampagnen zum Thema Verkehrssicherheit konzentrieren sich auf Appelle an das Verantwortungsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer. Derartige Botschaften stoßen aber bei der Zielgruppe der Risikofahrer, unter denen sich viele junge Männer befinden, oft auf taube Ohren. Die Betroffenen rechtfertigen ihren agressiven Fahrstil zumeist mit ihrem subjektiv wahrgenommenen Fahrtalent.

Bei dem Werbungtreibenden und der Agentur hielt sich die Risikobereitschaft ihrerseits wiederum in Grenzen. Denn in dem Aufgebot der Diktatoren, die für die Kampagne als abschreckendes Beispiel herhalten müssen, fehlt ein Kandidat, der in Rumänien auf einen besonders hohe Wiederekennungswert vertrauen könnte: Nicolae Ceausescu. cam 
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