Philip Morris muss wegen Kampagne zahlen

Freitag, 27. September 2002

Der Tabakkonzern Philip Morris muss in den USA einer krebskranken Raucherin Schadenersatz und Schmerzensgeld von rund 850 Millionen Euro zahlen. Als Grund führt der Anwalt der Raucherin an, dass in den 50er Jahren mit einer groß angelegten Werbekampagne des Konzerns die Risiken des Rauchens vertuscht worden seien. In einer zweite Phase des Verfahrens in der kommenden Woche wird das Unternehmen voraussichtlich zu einer weiteren Geldstrafe verurteilt werden.

Bleibt dieses Urteil bestehen, so kann es laut "Spiegel Online" zu einer neuen Prozesslawine gegen Tabakkonzerne kommen. Bisher waren demzufolge einige Schadenersatzforderungen daran gescheitert, dass sie auf Aussagen der Tabakhersteller aus den Jahren 1988 bis 1998 beruhen. Der Oberste Gerichtshof hat im vergangenen August entschieden, dass Aussagen der Unternehmen aus diesen Jahren vor Gericht nicht als Beweis angeführt werden dürfen. Im Falle Philip Morris griff der Anwalt der Klägerin deshalb auf Aussagen aus den 50er Jahren zurück.
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