Peugeot steigt beim Langstreckensport aus

Freitag, 20. Januar 2012
Peugeot stellt den 908er in die Parkbox
Peugeot stellt den 908er in die Parkbox

Für Motorsportfreunde ist das eine dicke Überraschung. Ohne eine Vorankündigung stoppt Peugeot sein Sportwagen-Programm. Damit findet auch der Klassiker, das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, ohne die Löwenmarke statt. Die Begründung des Konzerns ist knapp und deutet auf ökonomische Probleme hin. "Diese Entscheidung fiel im Kontext des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds in Europa", heißt es in einer Stellungnahme. PSA Peugeot Citroen hat 2011 in Europa weniger Autos verkauft. Während andere Hersteller im vergangenen Rekordabsätze verzeichneten sind bei den Franzosen die Verkäufe um 1,5 Prozent auf 3,5 Millionen Fahrzeuge gesunken, teilte der Konzern erst kürzlich mit. Und für das laufende Jahr rechnet PSA mit einem weiteren Rückgang. Die Folge: Statt aus dem Motorsport-Engagement weitere Erkentnisse zu ziehen, forciert die Marke jetzt das Privatkundengeschäft. "Peugeot hat sich entschieden, seine Ressourcen zur Steigerung der Verkaufszahlen für 2012 zu verwenden", heißt es in der Stellungnahme weiter. In den nächsten Monaten bringt die Marke mit den Modellen 208, 3008 Hybrid4, 508 RXH, 508 Hybrid4 und 4008 eine Vielzahl neuer Fahrzeuge auf den Markt. Davon erhofft sich Peugeot eine Stärkung der Marke und der globalen Präsenz.

Seit dem Jahr 2007 gehörten die Peugeot 908-Renner zum Bild der großen Langstrecken-Klassiker. Insgesamt fuhren die Franzosen in den letzten 16 Rennen 14 Siege ein, einem Doppel-Triumph beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans im Jahr 2009 und zwei aufeinanderfolgende Siege im Intercontinental Le Mans Cup in den Jahren 2010 und 2011. Für Motorsportfreunde ist der Ausstieg eine Enttäuschung. Viele hatten sich auf die spannenden Duelle mit Audi gefreut.  Zwar kehrt Toyota in den Prototypen-Sport zurück, als Kompensation gilt das unter den Experten allerdings nicht.  mir
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