Partnerschaft zwischen Eintracht Frankfurt und Octagon besiegelt

Freitag, 19. Mai 2000

Bei der Frankfurter Eintracht soll wieder mehr Ruhe einkehren. Einen ersten Schritt hat der Klub aus der Mainmetropole durch die strategische Partnerschaft mit der Sportmarketing-Agentur Octagon gemacht – in der Nacht wurde der Vertrag unterzeichnet. Ende Mai erwartet der Verein die Zustimmung der Mitglieder zur Ausgliederung der Lizenzabteilung. "Wir sind sehr froh, nach den intensiven Verhandlungen der letzten Wochen mit dem Unternehmen Octagon einen Partner gefunden zu haben, mit dessen Kompetenz und Erfahrung im Bereich Sportvermarktung wir in Zukunft in der Lage sein werden, aus Eintracht Frankfurt wieder einen in allen Bereichen erstklassigen Fußballverein zu machen", kommentiert Vize-Präsident und Vorstandssprecher Bernd Ehinger. Der neue Partner Octagon gehört mit rund 1.000 Mitarbeitern in 17 Ländern zu den drei weltweit führenden Sportmarketing-Agenturen. Während über nähere Einzelheiten der Partnerschaft von der Eintracht nichts zu hören ist, hat Horizont bereits Ende April mit Matthew Wheeler, Managing Director von Octagon, über die Pläne gesprochen. Wheeler zog Vergleiche mit bereits bestehenden Partnerschaften zu Fußballklubs wie dem legendären brasilianischen Verein FC Santos. "Die Leistungen von Octagon bei Santos umfassen die Bereiche Marketing, TV, Event-Management, Tickets und Lizenzen – die kommerzielle Seite des Fußballs. Wir versuchen nicht, linke Verteidiger oder Mittelstürmer auszusuchen. Der Klub kümmert sich um Fußball, wir um die Einkünfte." Im Vordergrund der Vermarktung steht die heilige Beziehung zwischen Fan und Verein, denn "ein Mann wechsle eher seine Ehefrau als seinen Fußballklub". Die Prioritäten sind entsprechend klar: Die Verbindung zwischen Fan und Verein soll so bleiben, wie sie ist. "Octagon versteht die Heiligkeit des Verhältnisses zwischen Fan und Klub. Alles kommt auf die Balance an", ist Wheeler überzeugt. "Ist man zu sehr auf Erträge fixiert, dann zerstört man die Authentizität des Klubs, und wenn dies passiert, verliert man die Fans und damit das Geschäft." Weitere Partnerschaften mit Bundesligavereinen, wie in Brasilien mit FC Santos und Athletico Mineiro, sind für Wheeler unwahrscheinlich. "Wegen der von uns angestrebten Tiefe der Beziehung ist es in einem Markt wie Deutschland schwierig, mehr als eine Partnerschaft zu führen."
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