Paris sverzeichtet auf UMTS-Versteigerung

Mittwoch, 07. Juni 2000

Die französische Regierung wird auf die geplante Versteigerung der Lizenzen für die dritte Generation der Mobiltelefone, das so genannte Universal Mobile Telecommunications System (UMTS), verzichten. Das berichtet die Wirtschaftszeitung "Les Echos" noch vor der offiziellen Bekanntgabe der Entscheidung. Vorausgegangen war dieser Entscheidung eine heftige Diskussion, in der sich sowohl die Telekommunikationsunternehmen als auch die Regulierungsbehörde Autorité de Régulation des Télécommunications (ART) gegen eine Lizenzvergabe via Versteigerung aussprachen. Heftig kritisiert worden war sie unter anderem von Vivendi-Chef Jean-Marie Messier, der die Einführung einer quasi indirekten Steuer monierte. Finanzminister Laurent Fabius hatte vorgesehen, die Einnahmen für die Renten zu verwenden.

Doch die begehrten Lizenzen werden nun je nach Qualität des vorgelegten Bewerbungsdossiers vergeben. Welche Kriterien und Modalitäten für die Vergabe einer Frequenz gelten, soll in den nächsten Tagen offen gelegt werden. Vier Lizenzen für die Mobiltelefone der dritten Generation sollen in den nächsten 15 Jahren vergeben werden. Billig kommt die Anwärter – France Télécom, Vivendi/Cégétel, Bouygues und Suez Lyonnaise – der Lizenzerwerb trotz Auktionsabsage nicht: Knapp 10 Milliarden Mark werden die Kandidaten für eine UMTS-Lizenz hinlegen müssen. Eine Zahl, die angeblich erst nach der erfolgreichen Versteigerung der Lizenzen in Großbritannien in die Höhe geschnellt sein soll. Vor dieser spektakulären Versteigerung soll der angedachte Betrag bei unter 5 Milliarden Mark gelegen haben. Dagegen folgt Österreich dem deutschen Weg und versteigert die UMTS-Lizenzen. Im November sollen bei der Auktion vier bis sechs Lizenzen unter den Hammer kommen. Voraussetzung um eine Lizenz zu erwerben ist jedoch, dass die Anbieter bis 2003 einen Vorsorgungsgrad von 25 Prozent und zwei Jahre später von 50 Prozent vorweisen können.
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