PR und Vision: Was hinter dem Zalando Concept Car wirklich steckt

Mittwoch, 06. März 2013
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Es ist ein bisschen wie das Hase-und-Igel-Prinzip: Während Otto in Hamburg eine klassische Kampagne in Hamburg präsentiert, um endlich mit den frechen Markenspots von Zalando gleichzuziehen, ist Zalando mit seinem Concept Car auf dem Internationalen Automobil-Salon in Genf schon längst auf der nächsten Stufe der Markeninszenierung angekommen. Ab sofort ist Zalando nicht nur TV-Werbung und E-Commerce-Glückseligkeit, sondern ein Lebensgefühl, das sich in Alltagsobjekte übersetzen lässt. Doch das auf dem 83. Automobil-Salon präsentierte Fahrzeug ist mehr als nur ein amüsanter und leicht überkandidelter Marketing-Stunt. Natürlich geht es dem Berliner E-Commerce-Unternehmen mit der Präsentation zunächst um die kommunikative Wirkung. Nobelmarken der Automobil-Branche wie Mercedes-Benz haben längst Modeumfelder als attraktive Kontaktpunkte zur weiblichen designaffinen Zielgruppe entdeckt. Da ist es kaum verwunderlich, dass eine Modemarke wie Zalando jetzt die Automobilwelt als Bühne für den eigenen Auftritt kultiviert. Vor Ort sollte eine Präsentation mit der Pro-Sieben-Moderatorin Johanna Klum und Zalando-CMO Christian Meermann für die richtige Medienresonanz in der internationalen Presse sorgen. Und man darf davon ausgehen, dass die eigens verpflichtete Viralagentur Fameworxx.com dafür sorgen wird, dass das Mobile-Shopping-Mobil auch nach der Messe noch lange im Gespräch bleiben wird.

„Zalando-CMO Christian Meermann: Als innovatives eCommerce Unternehmen ist Mobile Commerce für uns weit mehr als Zukunftsmusik.“
Dabei dürfte Zalando weniger ihre Endkonsumenten im Auge haben, für die der Onlinefilm mit dem Auto kaum mehr als eine amüsante Markengeschichte sein dürfte. Wesentlich interessanter ist dagegen die Wirkung auf potenzielle Investoren. Es gehört zu den schlecht gehütetsten Geheimnissen, dass sich Zalando derzeit ernsthaft auf einen Börsengang vorbereitet. Dabei dürfte es hilfreich für den Wert der Aktie sein, wenn Zalando zugetraut wird, eine langfristig weiterentwickelbare Vision des digitalen Handels zu haben. Nichts weniger als diese Innovationsfähigkeit dokumentiert das von dem Schweizer Concept-Car-Konstrukteur Rinspeed entwickelte Fahrzeug.

Dabei darf man sich von kuriosen Extras wie der Zalando-Schrei-Hupe nicht täuschen lassen. Das Zalando Fashion Concept Car stellt den Versuch dar, Mobile Shopping als jederzeit und überall funktionierende Wirkungskette zu definieren: Sehen - Erfassen - Bestellen - Ausliefern.

Das erste Kernelement dabei ist die von Wikitude entwickelte Augmented Reality App, die auf der Straße entdeckte Fashion Outfits per iPad-Kamera aus dem Fahrzeug heraus erkennen und per Klick direkt im Online Shop von Zalando bestellen kann. Auch der Auslieferungsprozess wurde mobil definiert: Statt die Ware nachhause zu liefern, ergibt sich die Lieferadresse aus den GPS-Koordinaten des Fahrzeugs, wo die Artikel in die integrierte Paketstation im Kofferraum gelegt werden. Die Besitzerin des Autos muss also weder zum Empfang des Pakets anwesend sein, noch eine Packstation der Post aufsuchen.

Zalando-CMO Meermann betont, dass der Entwurf mehr als nur ein Gag ist: „Als innovatives eCommerce Unternehmen ist Mobile Commerce für uns weit mehr als Zukunftsmusik. Über unsere Zalando App kann man bereits heute unterwegs per Smartphone bestellen. Mit unserem Fashion Concept Car gehen wir noch einen Schritt weiter und zeigen unsere Vision des Mobile Shoppings in etwa fünf Jahren." Als Motivation zum Bau eines Zalando Fashion Concept Cars führt Meermann weiter aus: „Wir glauben, mit dem Zalando Fashion Car die Bedürfnisse unserer Kunden von morgen erfüllen zu können. Im Fokus steht zum einen der Zeitgedanke, welcher heute im hektischen Berufsalltag eine wesentliche Rolle spielt. Gleichzeitig die spielerische Leichtigkeit und die Freude beim digitalen Shoppen im täglichen Leben, sowie der Transparenz-Gedanke zum Beispiel direkter und schneller Preis- und Angebotsvergleich." cam
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