PR-Debakel: Nestlé bringt eigene Fans gegen sich auf

Montag, 22. März 2010
Kommentare auf der Nestlé-Fanpage von Facebook (Anklicken zum Vergrößern).
Kommentare auf der Nestlé-Fanpage von Facebook (Anklicken zum Vergrößern).

Das PR-Debakel um den Schokoriegel Kitkat geht für Nestlé weiter. Während die Umweltschutzorganisastion Greenpeace ihre Kampagne gegen den Nahrungsmittelkonzern unbeirrt fortführt, bringt Nestlé mit seiner rigiden Kommunikationspolitik im Netz nun auch die eigenen Fans gegen sich auf. Wegen der Verwendung von Palmöl aus gerodeten Urwäldern brach in den vergangenen Tagen ein Sturm der Entrüstung über Nestlé herein. Greenpeace hatte mit einem Schockvideo auf die Missstände bei der Herstellung von Palmöl aufmerksam gemacht. Der Konzern reagierte mit der Meldung, man habe die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Palmöl-Lieferanten Sinar Mas beendet - im Umgang mit den heftigen Reaktionen im Social Web zeigte sich der Konzern aber dünnhäutig und zeitweise überfordert. Eine Kitkat-Fanpage bei Facebook, auf der sich der Ärger vieler Nutzer entlud, wurde zwischenzeitlich abgeschaltet. Dabei handelte es sich aber offenbar nicht um eine offizielle Fanpage der Nestlé-Marke.

Ebenfalls ungeschickt reagiert der Konzern auf kritische Stimmen auf der offiziellen Unternehmens-Fanpage bei Facebook, die rund 90.000 Mitglieder zählt: So droht Nestlé mit der Löschung von Kommentaren, falls dabei eine veränderte Version des Firmenlogos benutzt wird. Besonders kritische Kommentare wurden kurzerhand entfernt. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Nestlé hat sich inzwischen für die Löschung von Kommentaren und den teilweise unglücklichen Tonfall seiner Antworten entschuldigt (siehe Screenshot).

Greenpeace setzt seine Kampagne gegen Kitkat unterdessen fort. Die Zusicherung von Nestlé, man beziehe kein Palmöl des umstrittenen Zulieferers Sinar Mas mehr, reicht den Umweltschützern nicht aus. Sie wollen den Konzern dazu bringen, auch die Zusammenarbeit mit Zwischenhändlern zu beenden, die Palmöl von dem Hersteller beziehen. dh
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