Otto Group stärkt Einzelhandel

Donnerstag, 23. Juni 2005

Die Otto Group in Hamburg justiert ihr Kerngeschäft, den Einzelhandel, neu:"Mittel- und langfristig messen wir dem stationären Einzelhandel die gleiche strategische Bedeutung bei wie unserem klassischen Kataloggeschäft und dem E-Commerce", sagte Vorstandschef Michael Otto auf der Bilanzpressekonferenz am gestrigen Donnerstag in Hamburg. Dabei denkt Otto an ein Sortiment mit Möbeln, Haushaltsbedarf und Geschenkartikeln, ähnlich wie bei der US-Tochter Crate & Barrel. Mittelfristig soll diese Marke auch in Deutschland eingeführt werden.

In Deutschland ist der Konzern bisher unter anderem mit den Textil-Filialisten Castro und Zara sowie der Sportartikel-Kette Sportscheck unterwegs. Zudem will Otto beim E-Commerce nachlegen: Der Online-Shop Otto.de soll als "One-Stop-Shopping-Destination für die Bereiche Mode und Marken" zur "führenden deutschen Fashion-Plattform werden", kündigte der CEO an. Dafür sollen auf Otto.de künftig auch die Textilien "ausgewählter Marken und vertikaler Händler" vertrieben werden. Der E-Commerce-Umsatz mit Endverbrauchern stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/2005 (28. Februar) um 18 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.

Im Stammgeschäft, dem Katalogversand (Hauptmarken: Otto, Baur, Schwab), hofft man in diesem Jahr auf die positive Wirkung der Frequenzerhöhung des Otto-Hauptkatalogs, der künftig dreimal statt zweimal pro Jahr verschickt wird, sowie die Neuausrichtung der jährlich 60 Spezialkataloge (Horizont 13/2005): Allein der Umsatz des Otto-Versands ging um 4,2 Prozent auf 2,01 Milliarden Euro zurück.

Im Multichannel-Einzelhandel insgesamt (Katalogversand, E-Commerce, stationärer Handel) sank der Umsatz um 3 Prozent auf 9,53 Milliarden Euro, die gesamte Otto-Gruppe konnte ihren Umsatz inklusive Finanzdienstleistungen, Service und Großhandel um 0,8 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro steigern. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Otto hier ein Plus von "ein bis zwei Prozent". rp
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