Ostdeutschland nutzt Markenpotenzial zu wenig

Montag, 20. Juli 2009
Spreewaldgurken stehen für den Osten
Spreewaldgurken stehen für den Osten

„Ostdeutsche kaufen zwar Ost-Produkte, aber lieben ihre Marken nicht", sagt Jan Pechmann, Geschäftsführer der Berliner Strategieagentur Diffferent. Eine Forsa-Umfrage zeigt, dass Bewohnern der neuen Bundesländer dort ansässige Marken immer weniger bekannt sind. Während Ostdeutsche in der ungestützten Befragung nur zu knapp sechs Prozent die Marke Trabant nennen können, ist der Trabant für fast 14 Prozent der Westdeutschen nach wie vor Symbol der ostdeutschen Markenwelt. „Nostalgie reicht eben nicht zur Markenbindung", sagt Pechmann.

Die Sektmarke Rotkäppchen hingegen können 24 Prozent der Ostdeutschen spontan nennen. "Das ist die einzige Marke, der die Ostdeutschen zutrauen, international erfolgreich zu sein", sagt Pechmann. Weniger starke Marken hingegen werden seiner Ansicht nach vom Markt verschwinden, wenn die ostdeutschen Firmen nicht „sofort handeln".

Laut der Umfrage unter 1000 Befragten gleichen sich die Konsumgewohnheiten in Ost und West an. Werte wie Gemeinschaftssinn und Hilfsbereitschaft sind im Osten stärker verankert, werden bislang strategisch aber wenig genutzt. sl
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