Opel steigt wieder ins Sportsponsoring ein

Freitag, 07. Januar 2011
Der Opel-Blitz könnte bald wieder auf Fußball-Trikots zu sehen sein
Der Opel-Blitz könnte bald wieder auf Fußball-Trikots zu sehen sein

Im Zuge der Neuausrichtung der Marke macht Opel zumindest in einer Hinsicht die Rolle rückwärts: Der Rüsselsheimer Autobauer wird wieder im Sportsponsoring aktiv. Das bestätigte Michael Hartwig, Executive Director Brand Marketing bei Opel/Vauxhall, auf Anfrage von HORIZONT.NET. „Sportsponsoring wird eine von vier Säulen in unserer Markenkommunikation sein." Damit ist das „Ob" - über das in den vergangenen Monaten mehrfach spekuliert wurde - geklärt. Die Entscheidung über das „Wie und wo" soll noch im Januar fallen. Dabei geht es nicht allein um ein Engagement im Motorsport - die Disziplin definiert Opel als eigenständige Säule neben dem "Sport im Allgemeinen". Desweiteren will der Konzern die Themen "Musik & Entertainment" sowie "Science" besetzen. Mit letzterem ist der Kontakt zur Wissenschaft und Hochschulen gemeint.

Opel blickt auf eine lange Historie im Sportsponsoring zurück. So gilt das Unternehmen, das in den 90er Jahren Hauptsponsor beim Deutschen Rekordmeister FC Bayern München war, als Begründer professioneller Sportkommunikation. Auch international hatte der Autobauer mit Partnern wie dem AC Mailand einst die Top-Clubs unter Vertrag. Mit Beginn des neuen Jahrtausends reduzierte Opel auf Drängen des Mutterkonzerns General Motors seine Aktivitäten im Sport sukzessive. Heute gibt es kein laufendes Sponsoring mehr.

Opel-Marketer Michael Hartwig
Opel-Marketer Michael Hartwig
So gut wie sicher ist: Das Comeback wird ein großer Aufschlag. „Wer auf eine solche Historie im Sportsponsoring zurückblickt, kann natürlich nicht mit einem Engagement in homöopathischen Dosen zurückkehren", sagt Hartwig. Details lässt er sich noch nicht entlocken. Fußball biete sich als reichweitenstarke Sportart „aus der Mitte der Gesellschaft" zwar an, „auf der anderen Seite ist dort vieles belegt". Offen ist auch die Frage, ob es sich um ein Engagement in Deutschland oder europaweit handelt.

Eine Rückkehr zum FC Bayern wird es definitiv nicht geben - Audi ist Sponsor und Anteilseigner bei den Münchnern. Die Bayern würden heute wohl auch nicht mehr zur Marke passen. Umso interessanter ist die Frage, wo Opel, insbesondere im Fußball, noch eine attraktive Lücke finden kann - zumal dem Konzern ein reines Trikotsponsoring zu wenig scheint.

Das Gros der Wettbewerbe ist zumindest aktuell durch die Konkurrenz belegt: Der Deutsche Fußball-Bund ist seit 20 Jahren mit Mercedes-Benz verbandelt, der bestehende Kontrakt läuft noch bis Ende 2012. Beim europäischen Verband Uefa stehen derzeit Ford (Champions League), Seat (Europa League) sowie Hyundai/Kia (EM 2012) unter Vertrag.

Opel arbeitet konzentriert an einer Neuausrichtung des Marketings und hatte zuletzt mit dem Agenturwechsel Schlagzeilen geschrieben. Im November trennte sich der Konzern offiziell vom langjährigen Etathalter McCann-Erickson und vertraut nun auf die Dienste von Scholz & Friends. Zur Neuaufstellung gehörte auch die Verpflichtung von Pop-Sternchen wie Lena Meyer-Landrut und Katie Melua als Markenbotschafter. mh
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