Opel positioniert sich als grüne Marke

Donnerstag, 24. Februar 2011
Michael Hartwig, Executive Director Brand Marketing bei Opel
Michael Hartwig, Executive Director Brand Marketing bei Opel


Wie zerbrechlich die Welt von weit oben ausschaut, davon können nur wenige Menschen berichten. Edwin „Buzz" Aldrin ist einer davon. Der Nasa-Wissenschaftler war Astronaut der ersten Mondlandemission Apollo 11. Und vielleicht war es dieses Wissen, das den Amerikaner zum Botschafter einer einzigartigen Initiative von Opel werden ließ. Auf der Gala des Film-Festivals „Cinema für Peace" startete Aldrin gemeinsam mit Alain Visser, Opel-Vorstand für Vertrieb, Marketing und Aftersales, das Project Earth.
Hinter der Initiative verbirgt sich aber mehr als nur eine neuerliche Nachhaltigkeitskampagne eines Autobauers. „Es ist unser klares Bekenntnis zum Umweltschutz und gesellschaftlicher Verantwortung", sagt Michael Hartwig, Executive Director Brand Marketing bei Opel. Mit der Initiative will der Autobauer seinen Teil zum Schutz der vier meistgefährdeten Ökosysteme auf der Welt beitragen: der Arktis, dem brasilianischen Regenwald, dem Pazifischen Ozean und der afrikanischen Savanne. Opel unterstützt künftig über Patenschaften vier bestehende Initiativen. Dazu zählen das WWF Artic Program, das Jane Goodall Institute, die Cousteau-Stiftung und die Rainforce Foundation von Pop-Ikone Sting.

Was sich bereits mit der Verpflichtung von Lena und vor allem von Katie Melua als Markenbotschafterinnen abzeichnete, setzt sich somit fort: Hartwig möchte Opel als grüne Marke positionieren: „Ich glaube, es hat noch kein Hersteller geschafft, das Feld glaubwürdig zu besetzen." Mit der strategischen Entscheidung knüpft er an alte, fast schon vergessene Traditionen an. Ab 1985 boten die Rüsselsheimer als erster Hersteller in Deutschland in jeder Modellreihe ein Fahrzeug mit Katalysator an. Vier Jahre später hatten alle Benzin-Modelle serienmäßig einen geregelten Dreiwege-Kat. Ende der 80er Jahre intonierte Jazz-Legende Louis Armstrong seinen Evergreen „What a wonderful world" in den Opel-Umweltspots (Agentur: Lowe & Partners).

Screenshot von Opelprojectearth.com
Screenshot von Opelprojectearth.com
Mit Project Earth übersetzt Hartwig diese Wurzeln in die Moderne, rechtzeitig für die Einführung des Elektromodells Ampera. Und er schafft gleichzeitig einen Auftritt, der auch ohne Produkt funktioniert. „Es ist eine außergewöhnliche und unkonventionelle Kampagne. Wir denken hier nicht in 30-Sekündern", sagt der Marketing-Entscheider. Stattdessen will Opel aktivieren, sensibilisieren und Menschen für ein Abenteuer gewinnen. Im August und September lädt das Unternehmen Nachwuchswissenschaftler auf eine Expedition in die vier bedrohten Ökosysteme ein, unter der Leitung von Mondfahrer Aldrin. Ein Film, den Opel gemeinsam mit seinem Postproduktionsdienstleister Seed geschaffen hat, gibt auf HORIZONT.NET auf der Projektseite im Web einen ersten Einblick. Derzeit überlegen Hartwig und sein Team, wie der Auswahlprozess strategisch entwickelt wird. Fest steht bereits, dass die Tour über Facebook und Co begleitet wird. So wird es auf der  im Web einen Reiseblog geben. Zudem kann sich Hartwig Mediakooperationen auf internationaler Ebene vorstellen. mir
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